Bier-Idee oder Wahlbestechung

Die Krise des Tagblatts und eine Bier-Idee

 

Das Tagblatt berichtete am 21. Februar auf 2/3 Seiten über die „gut gemeinte“ Bier-Aktion der FDP-Youngsters. Man spricht von vier Freibier im Wert von 16 Franken als Belohnung für die Teilnahme an den Kantonsratswahlen. Geht´s noch? Das ist Wahlbestechung Art. 281 Strafgesetzbuch. Dann lässt das Tagblatt Suchtpräventionsexperten zu Wort kommen. Völlig am Thema vorbei. Mit vier Bier ist vermutlich noch selten ein Youngster in die Alkoholsucht abgerutscht.

 

Der springende Punkt aber ist: Die FDP appelliert an die „Selbstverantwortung, die jeder Stimmbürger zu tragen habe“. Der FDP-Kantonspräsident toppt diese unsinnige Aussage noch, dass er zufrieden sei, dass die aktive Wahlbestechung auch mit alkoholfreien Getränken erfolgen könne. Selbstverantwortung – liebe FDP – fängt damit an, dass man sich an Regeln hält. Zudem sind diese orchestrierten Wahlbesäufnisse eine Erfindung der SVP-Youngsters. Darum liebe Stimmberechtigten: Entscheiden Sie! Wählen Sie entweder das Original oder Parteien, die wirkliche Selbstverantwortung vorleben, indem sie sich an die Regeln halten.

 

Das Tagblatt selber macht leider wieder eine schlechte Falle. Es unterschlägt eine Berichterstattung über einen hochkarätigen Anlass mit Nationalrat Nordmann mit einem Ansatz zur Lösung unseres akuten Energieproblems. Dafür eine 2/3 Seite indirekte Werbung für die Bier-Youngsters auf unserer raren Rorschacher-Seite.

 

Rorschach, 23. Februar 2020

Guido Etterlin, Stadtrat und Kantontsrat SP