Bühne frei für "Mon Amour"

Mesdames und Messieurs, soyez bienvenus ce soir à Paris. Paris est la ville des rêves, la ville de l’amour et la ville de la dance. Soyez bienvenus pour voire la production de noël du DANCELOFT :

PARIS – MON AMOUR !

Meine Damen und Herren, ich heisse Sie hier im Stadthof herzlich willkommen.

 

Mein Name ist Guido Etterlin und ich bin ein langjähriger Bewunderer von der Danceloft-Direktorin Rut Ackermann. Gemeinsam waren wir mit 20 Kindern am internationalen Kinderfest in Antalya. Die Frau Direktorin präsentiert Ihnen heute und morgen tänzerische Impressionen mit Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen. Lassen Sie sich entführen: Nach Paris. In die Stadt der Träume, in die Stadt der Liebe, in den Stadt des Tanzes. In die Stadt, wo im 17. Jahrhundert das erfunden wurde, was Sie heute zu sehen bekommen: Französisches, klassisches Ballett.

 

Ein kleiner Rückblick: Haben Sie gewusst, dass der umstrittene Sonnenkönig Louis XIV als Begründer des französischen Balletts gilt? Er war es, der am Hof damals im 17. Jh den ersten Ballettlehrer, namens Pierre Beauchamp, engierte. Die Kennerinnen unter ihnen werden wissen, dass Beauchamps der Erfinder war der 1. – 5. Position. Louis XIV wurde Sonnenkönig genannt, weil er persönlich im Balllet de la Nuit als Teenager den Apollo, den Sonnengott, tanzte.

 

Ich begrüsse Sie zum Fast-Jubiläum der legendären Danceloft-Weihnachtsaufführungen: Was 1989 ganz einfach in Rorschach – hier im Stadthof – seinen Anfang nahm, ist aus dem Kulturkalender der Stadt und der Region nicht mehr wegzudenken. Mit Schneewittchen nahm es damals seinen Anfang. Es folgten Westside-Story, Memories, Cirque de Dance, Das Einhorn vom Fälensee, Heidi, eine Weltreise im Danceboat, um nur einige wenige Highlights aus fast drei Jahrzehnten künstlerischem Schaffen zu nennen.

 

Rut Ackermann kam zum Ballett bei Wanda Weber in Rorschach. Sie absolvierte ihre professionelle Ausbildung im klassischen Ballett bei Ulise Bolle in Genf und sie war Pionierin mit einer dreijährigen Ausbildung als Tanzpädagogin in Modernem Tanz an der Sigurd Leeder School of Dance in Herisau. Sigurd Leeder gilt als genialer Tanzpädagoge in Modern Dance der Nachkriegszeit. Ab 1947 war er in London einer der Gefragtesten in seinem Metier. Er unterrichtete Schauspieler, Filmstars und Opernsänger… 1978 wurde Rut Ackermann als Lehrerin für Technik und Improvisation an die Sigurd Leeder School of Dance berufen.

 

1982 gründete Rut Ackermann zusammen mit einer ebenfalls bekannten Persönlichkeit – Roland Schmutterer –die Tanz- und Balettschule DANCE LOFT in Rorschach. Einige Jahre betrieben sie auch in St.Gallen eine Zweigstelle des Dance Loft. Es kamen dazu die 3x1 Tanzkompanie, das Contemporary Dance Study Programm, die Tanzausbildung an der Pädagogischen Hochschule in Rorschach und vieles mehr.

 

Rut Ackermann und Roland Schmutterer sind seit neuem Rorschacher! Willkommen in Rorschach.

Jetzt aber bitte ich um Aufmerksamkeit für Weihnachtsrevue 2018, Paris, mon Amour mit Melodien und Liedern aus Paris und über Paris. Die Ideen stammen von Rut Ackermann, Sarina Sieber und Melanie Krey. Für die Kostüme verantwortlich für die gute Seele immer Hintergrund ist Roland Schmutterer.

 

Und fast hätte ich es vergessen: Lieber Zuschauerinnen und Zuschauer. Bitte - kontrollieren Sie in ihrer Tasche. Haben Sie ihr Handy auch tatsächlich ausgeschaltet? Es wäre schade, wenn eines während der Aufführung losginge und Fotos und Videos sind – wir bitten um Verständnis – aus urheberrechtlichen Gründen nicht erlaubt.

Und zum Abschluss ein kleiner Vorschuss: Liebe Rut Ackermann, ich weiss, dass auch die 29. Aufführung mit Bravour gelingen wird. Uns verbindet die wunderbare Heidi-Aufführung von anno 2007. An der speziellen Aufführung im Forum zu Aspendos wurde die Darbietung mit einem Meer von Nelken bedacht. Ich übergebe dir darum jetzt schon als Dank für dein künstlerisches Schaffen einen Strauss Nelken.

 

Jetzt aber definitiv Bühne frei für das Danceloft mit PARIS – MON AMOUR. Mesdames et Messieurs, je vous souhaite beaucoup de plaisir!

 

Rorschach, 15.12.2018, Guido Etterlin

Der Aufschwung von Rorschach geht weiter mit neuen Akzenten

Interview mit Marino Walser, bodensee-nachrichten.ch

Herr Etterlin, bei den letzten Kantonsratswahlen hatte die SP 31.7 Prozent Wähleranteil und ist somit stärkste politische Kraft in Rorschach. Somit ist Ihre Wahl zum Stadtpräsidenten nur noch Formsache, oder?

Das Ergebnis bei den Kantonsratswahlen von 2016 war ein absolutes Glanzresultat. Die SP hat mit ihrem Wahlkampf und den vertretenen Themen die Menschen angesprochen. Wir werden versuchen, den Schwung von damals in den neuen Wahlkampf zu übernehmen. Es wäre sehr schön, wenn es für ein klares Ergebnis reichen würde.

Sie sind der Gegenkandidat von Robert Raths um das Amt des Stadtpräsidenten in Rorschach. Wie lange brauchten Sie, bis Sie persönlich den Entschluss gefasst haben, als Kandidat antreten zu wollen?

Ich betrachte mich nicht als Gegenkandidaten. Ich kandidiere, weil ich überzeugt bin, für Rorschach positives bewirken zu können. Rorschach ist eine lebhafte, vielfältige und sehr dicht besiedelte Stadt. Wir stehen mitten im Umbruch von einer Industriestadt in eine Wohn- und Arbeitsstadt. Das macht den Reiz aus. Ich möchte, dass sich hier lebende Menschen für unsere Stadt interessieren, sich engagieren und wohl fühlen. Dass eine Kandidatur für das Stadtpräsidium eine Option für mich sein könnte, ist seit längerem ein Thema. Entschieden habe ich mich vor ca. vier Wochen.

Als Stadtrat in Rorschach haben Sie bereits grosse Einsicht in die Geschehnisse in Rorschach. Im Moment ist Robert Raths aus Thal Ihr einziger Gegner. Wie gross schätzen Sie Ihre Chance ein, dass die Bevölkerung ein in Rorschach bekanntes Gesicht wählt?

Es würde mich wirklich freuen, wenn mir die Rorschacherinnen und Rorschacher ihr Vertrauen aussprechen würden. Aufgrund der Medienberichterstattung über die Kandidatur habe ich viele positive Rückmeldungen erhalten und an der Parteiversammlung wurde ich schliesslich einstimmig nominiert. Ich möchte die Zeit bis zum Wahlsonntag nutzen, damit mich die Rorschacher noch besser kennen lernen können.

Zudem sagten Sie, dass Sie die Kommunikation aus dem Rathaus verbessern wollen. Was stört Sie an der jetzigen Kommunikationsstrategie der Stadt Rorschach?

Ich möchte, dass sich die Menschen wieder stärker mit ihrer Wohnstadt auseinandersetzen. Dass sie verstehen, was und warum oder warum nicht im Rathaus geschieht. Die Kommunikation mit den Bürgern über die bisherigen Kanäle funktioniert immer schlechter. Der Konzentrationsprozess und der drastische Abbau in der Medienlandschaft stimmen mich nachdenklich. Nur wenn es uns gelingt, die hier lebenden Menschen am Gemeinwesen teilhaben zu lassen, können wir tragfähige Projekte entwickeln.

Sie sagten am Freitagabend, dass Rorschach in einem intensiven Wandel, was die Umgestaltung von Industrie zu Wohn- und Arbeitsraum angehe, stecke. Was meinen Sie damit und wie möchten Sie diese Tatsache angehen?

Rorschach ist ein wichtiger Arbeitsort. In den letzten Jahren hat Rorschach leider Arbeitsplätze verloren, während die Region und der ganze Kanton zulegten. Diese Entwicklung ist problematisch. Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir die Rahmenbedingungen für Arbeitsplätze in der Stadt verbessern. Ich möchte nicht, dass Rorschach zu einer Schlafstadt wird.

Denken Sie, dass das Vorpreschen der FDP, ohne den runden Tisch mit der CVP aufzusuchen, von Vorteil für Sie und die Wahl des Stadtpräsidenten ist?

Die Stadtpräsidiumswahl ist eine Persönlichkeitswahl. Ich möchte die Rorschacherinnen und Rorschacher für meine Ideen gewinnen, ich möchte mit ihnen noch bessere Ideen für die Zukunft entwickeln. Es gibt genügend Herausforderungen. Alle sprechen beispielsweise von der alternden Gesellschaft. Wir müssen mit den betroffenen Generationen herausfinden, was sie brauchen werden, wie ihre Vorstellungen vom Wohnen im Alter aussehen. Nur die Diskussion über eine allfällige Errichtung eines Demenzgartens wird nicht reichen.

Sie sind Schulratspräsident. Was würde Ihre Wahl zum Stadtpräsidenten für dieses Amt bedeuten?

Beides könnte ich nicht machen. Das Amt des Schulratspräsidiums würde frei werden.

Auf Ihrem persönlichen Blog schreiben Sie, dass dieser zur Transparenz von zahlreichen Fragen diene. Eine Frage, welche Sie aber noch nicht beantwortet haben ist, wie Sie zum Autobahnanschluss stehen.

Oh doch! Am 27. Januar 2016 finden sie auf meinem Blog einen Beitrag. Ich stehe diesem Projekt sehr kritisch gegenüber. Alle Grossprojekte in der ganzen Schweiz hatten es in den vergangenen Jahren an der Urne sehr eng. Die Bevölkerung hat längst realisiert, dass diese neben Vorteilen immer auch gewaltige Nachteile mit sich bringen. Zudem nimmt der Verkehr mit dem weiteren Ausbau zusätzlich zu, weil er ja attraktiver wird. Und der Verkehr ist hausgemacht. Er löst sich nicht einfach in Luft auf. Für mich zählt aber eines: Die Behörden haben ihre Entscheide längst getroffen. Im November 2019 werden die Stimmbürger entscheiden. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Bürger sachlich und objektiv korrekt informiert werden, damit sie sich ein abgerundetes Bild machen können. Für den Fall, dass die Rorschacherinnen und Rorschach den Anschluss bejahen, müsste ich nach einer Wahl den Anschluss bauen… Das gebietet die Rechtsstaatlichkeit.

Vor einiger Zeit exponierten Sie sich anhand eines offenen Briefes gegen Thomas Müller. Damals ging es um «Gesunde Rassisten» und zwischen den Zeilen war zu lesen, dass Sie die Bilanz von Thomas Müller für dürftiger halten, als er selbst. Wären Sie auch zur Wahl angetreten, wenn Thomas Müller erneut kandidiert hätte?

Thomas Müller hat ursprünglich seinen Rücktritt auf Ende 2018 angekündigt. Ich glaube, die Zeit ist reif für einen Wechsel im Stadtpräsidium.

Thomas Müller wird besorgt sein, dass es einen Nachfolger in seinem Geist geben wird. Sie stehen für alles, was der Politik von Thomas Müller entgegen steht. Denken Sie, die Bevölkerung von Rorschach ist für eine 180-Grad-Wende bereit?

Der Entscheid über seine Nachfolge ist Sache der Stimmberechtigten. Ich stehe ein für eine lebendige und lebenswerte Stadt. Die positive Entwicklung von Rorschach werde ich unterstützen mit einem aktiven Einbezug der Bevölkerung: engagiertes Mitdenken, politische Diskussionen und ein wertschätzender Umgang über die Parteigrenzen hinaus.

Einstimmig nominiert! Herzlichen Dank.

Am 19. Mai 2019 wählt Rorschach seinen neuen Stadtpräsidenten. Heute hat mich die sozialdemokratische Partei an einer überwältigend gut besuchten Veranstaltung einstimmig für den Wahlkampf nominiert. Für die Rorschacherinnen und Rorschacher wird es also eine Auswahl geben.

 

Vor zwölf Jahren wurde ich zum Schulratspräsidenten und damit zum Mitglied des Rorschacher Stadtrats gewählt. Gemeinsam mit dem Schulrat darf ich die Geschicke unserer gut aufgestellten Schule verantworten. Der Umbau Rorschachs von einer ehemaligen Industriestadt in eine lebendige Wohn- und Arbeitsstadt ist voll im Gange. Diese Entwicklung geht weiter. Ich werde auf Qualität und Nachhaltigkeit setzen. Wichtig dabei sind Lösungen für veraltete Bausubstanz und verbesserte Rahmenbedingungen für den Detailhandel im Zentrum. Aufgrund unserer wichtigen Zentrumsfunktion dürfen wir das Ziel einer Stadt am See nicht aus den Augen verlieren. Die positive Entwicklung von Rorschach werde ich unterstützen mit einem aktiven Einbezug der Bevölkerung: engagiertes Mitdenken, politische Diskussionen und ein wertschätzender Umgang über Parteigrenzen hinaus. 

 

Rorschach, 17. November 2018

Guido Etterlin

Ja, ich stelle mich der Wahl!

Der Stadtrat hat die Ersatzwahl für das Rorschacher Stadtpräsidium auf den 19. Mai 2019 festgesetzt. Die verschiedenen Ortsparteien evaluieren nun ihre eigenen Kandidaten. Eine Partei ist bereits fündig geworden, die anderen drei suchen noch. Bis Ende November wird klar sein, wer alles um die Stadtpräsidenten-Nachfolge antreten wird. 

 

Nach reiflicher Überlegung und zahlreichen Gesprächen mit meiner Familie, meinem politischen und persönlichen Umfeld bin ich zum Schluss gelangt, dass ich mich für das Auswahlverfahren für das Stadtpräsidium im Rorschach zur Verfügung stellen werde. Als erster Schritt findet die SP-Nominationsversammlung am Freitag, 16. November 2018, im Stadthof statt. Es war mir wichtig, dass ich für diese grosse Herausforderung einen ausreichenden Rückhalt spüren konnte. Das freut mich sehr und ich bin gespannt auf den weiteren Ausmarchungsprozess. 

 

Ich kandiere auch nicht, weil ich genug vom Schulpräsidium habe, sondern weil mich die neue Aufgabe reizen würde. 

 

Rorschach, 24. Oktober 2018

Guido Etterlin

 

Foto: Res Lerch, www.rorschacherecho.ch

Verpasste Chance in der Berufsbildung

Die Organisation der Berufsschulen ist seit Jahren ein grosses Thema im Kanton. Ca. dreieinhalb Jahre brauchte das Bildungsdepartement, um nach einer ausführlichen Situationsanalyse einen Vorschlag auszuarbeiten, wie das Problem mit gravierenden und teuren Schwachstellen behoben werden könnte. Konkret ging es um:

  • fehlende Linienkompetenz bzw. Durchsetzungskompetenz durch das ABB,
  • fehlende Führung und Steuerung der Berufsfachschulen aus einer Hand,
  • fehlendes durchgehendes und abgestimmtes Führungssystem und
  • fehlende Regelungen und Instruktionen bezüglich der Berufsfachschulkommissionen.

 

 

Es braucht keinen Experten um festzustellen, dass dies in einem 230-Millionen-Haushalt vermutlich zu teuren Irrläufern führt. Alles bezahlt vom Steuerzahler. Umso erstaunlicher war es, dass die Regierung zum Schluss kam, eine Linienorganisation vorzuschlagen mit klaren Zuständigkeiten für das Amt für Berufsbildung. Dazu aber wollte man unbedingt an der Milizorganisation mit den Berufsfachschulkommissionen festhalten und die Präsidien mit 10-%-Pensen zu versehen. Aus Sicht der SP reine Geldverschwendung. Auch eine Halbtages-Anstellung pro Woche für branchenfremde Gewerbetreibende oder Milizpolitiker vermögen die geforderte Professionalisierung nicht zu erfüllen. Bildungschef Kölliker wies in der Debatte im Kantonsrat darauf hin, wie wichtig und unverzichtbar diese Kommission trotz gravierendem Versagen in den Vorjahren nach wie vor sei, zumal die ganze Personalpolitik und die Anstellung von den Hundertschaften von Lehrpersonen an den Berufsschulen in ihrer Verantwortung läge. Er verschwieg damit zwei diskret in der Botschaft angebrachte Sternchen (*), die bereits jetzt vorsehen, dass die Kompetenz für die Anstellung der Lehrpersonen, den Rektoraten übertragen werden. Und zwar einheitlich für alle neun Berufsschulen im Kanton. So könnte man also getrost auf die diese Milizorganisation verzichten und den Rektoren voll die Verantwortung übertragen. Schade auch, dass diese Kommissionen sich weiterhin selber erneuern dürfen. Das Parlament lehnte unseren Antrag nach Transparenz und Ausschreibung dieser Ämter ab. Voraussetzung für die Wahl in ein solches Amt ist ein «wirtschaftlicher Hintergrund». Was immer das bedeuten soll. Wetten, dass schon in naher Zukunft die Organisation der Berufsschulen wieder auf der politischen Traktandenliste stehen wird?

 

Rorschach, 22. Oktober 2018

Guido Etterlin, Kantonsrat

 

"Machet's guet!"

Zum Schulabschluss 2018 am 5. Juli 2018 im Stadthofsaal

 

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern

Liebe Kolleginnen und Kollegen der Schule Rorschach und des Schulrates

 

Heute ist ein besonderer Tag. Für euch liebe Oberstufenschülerinnen und Schüler: Ihr habt jetzt 11 oder 12 Jahre lang die Volksschule besucht und es ist jetzt Zeit für Aufbruch - für neue Abenteuer - für den nächsten Ausbildungsschritt. Für einige von euch für ein Zwischenjahr um herauszufinden, wohin die berufliche Reise führen soll. Ich ermuntere euch, packt die Chance, um nach dem gewohnten Rahmen unserer Schule – neues herauszufinden und neues zu erleben. Auf eurem Weg in den Arbeitsalltag, ins Erwachsenensein ist der heutige Tag ein wichtiger Etappenschritt. Für alle von euch geht die Ausbildung jetzt erst richtig los.

 

Heute ist ein besonderer Tag. Für unsere Schule: Liebe Oberstufenschülerinnen und -schüler, liebe Eltern: Sie sind die allersten, die unsere gemeinsame durchlässige Oberstufe erfolgreich beenden. Den Realschülerinnen und -Schülern war die Lernlandschaft in der Burghalde bereits vertraut, für die Sekundarschülerinnen und -schüler Neuland. Wo ein Schulsystem grundlegend verändert wird, passieren Fehler, sind Kinderkrankheiten auszumerzen. Die Stellwerkresultate zeigen aber gute Leistungen im Vergleich mit hunderten Vergleichstests im ganzen Kanton. Da bin ich stolz auf euch. Es stimmt, wir haben euch persönlich nicht wirklich gefragt, ob ihr diese Veränderung denn auch wirklich wolltet. Diese Veränderung des Oberstufensystems war eine Folge von jahrelangen Klärungen und Machbarkeitsstudien seit 2008. Ich bin aber überzeugt, wir sind auf dem richtigen Weg. Euch haben wir die Veränderungen und das Zügeln im letzten Jahr zugemutet. Schon im übernächsten Jahr werden Schüler unsere Schule abschliessen und sie werden gar nichts mehr anderes kennen, als gemeinsam im gleichen Jahrgang ins gleiche Schulhaus zu gehen, von den Möglichkeiten der Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Anforderungsniveaus zu profitieren.

 

Heute ist ein besonderer Tag. Für mich persönlich. Gerade als ihr damals in den Kindergarten eingetreten seid, waren wir der Meinung, wir wollten den Schuleintritt mit euch allen und mit allen Eltern gemeinsam in einer grossen Willkommensveranstaltung begehen. Seit da laden wir jedes Jahr alle neuen Schüler zu dieser Veranstaltung ein. Ihr und eure Eltern waren damals die ersten.

 

Gleichzeitig waren wir damals der Meinung, dass wir den Abschluss auch gemeinsam begehen wollten. Sehr erstaunt waren wir jedoch, dass weder Sek- noch Realschüler nur irgendein Interesse an einem gemeinsamen Abschluss zeigten. Im Gegenteil, wir waren Vorwürfen ausgesetzt. Wir hätten viele Freundschaften nach der sechsten Primar auseinandergerissen, es gäbe keine Gemeinsamkeiten mehr. Eine gemeinsame Schulabschlussfeier sei ein Witz.

 

Heute jedoch ist eine gemeinsame Schulabschlussfeier erstmals in der Schule Rorschach Realität. Letzte Woche bereits habt ihr in aller Selbstverständlichkeit eure Projektarbeiten gemeinsam in der Burghalde präsentiert. Ich war beeindruckt von zahlreichen tollen Projekten. Die Lehrpersonen vermeldeten, dass noch selten alles so reibungslos geklappt habe.

 

Und heute feiern wir den Schulabschluss gemeinsam. Offensichtlich ist es uns gelungen, den bis anhin grossen Graben zwischen beiden Schulen etwas zuzuschütten. Insbesondere aus dem Kreuzackerschulhaus erreichen mich vielversprechende Rückmeldungen. Ihr seid Teil dieser neu wachsenden Gemeinsamkeit. Dafür danke ich euch allen von Herzen.

 

Wir haben uns in den vergangenen Jahren sporadisch bei den Schulabgängern erkundigt, ob die Vorbereitung für die Berufswahl geklappt hat. Das war in den Jahren mit zu wenigen Lehrstellen ein grosses Thema. Nie haben wir uns detailliert dafür interessiert, wir ihr die 11 oder 12 Jahre in unserer Schule erlebt habt. Was ihr gut fandet, womit ihr nicht einverstanden ward. Wir werden uns im Herbst erlauben, euch genau diese Fragen zu stellen. Ich würde mich über möglichst viele Antworten zu unserer Schule freuen. Ein Lob von Euch wird uns freuen, eure Kritik wird uns weiterbringen.

 

Zum Abschluss bleibt mir, euch im Namen des Schulrates Glück und Wohlergehen zu wünschen für euren weiteren Weg in eurem jungen Leben. Ich wünsche euch, Mut, Neugier, Freude, Befriedigung und eine grosse Portion Durchhaltevermögen. Und euch sogenannten «digital Natives» wünsche ich zudem ebenso viel analoges und persönliche Begegnungen.

 

Ich danke den Klassenlehrpersonen Judith Schwierin, Roland Peter, Robert Kern und Ruedi Jucker, sowie Martin Graber und Elisatbeth Peter für ihre Arbeit in der

Lernlandschaft und für die Organisation dieser Feier. Macht’s gut, morgen ist

Schulfrei und bitte seid vernünftig heute Abend im Anschluss an diese Feier.

 

Rorschach, 5. Juli 2018

Guido Etterlin, Schulratspräsident

Neues Wahlgesetz

Debatte über das neue Gesetz über Wahlen und Abstimmungen

 

Nach fast 50 Jahren soll der Kanton St. Gallen ein neues Wahlgesetz erhalten. Die Hauptstossrichtung der Regierung war, das alte Gesetz in ein neues übersichtliches Gewand zu kleiden und solide gesetzliche Grundlagen für die Einführung von E-Voting zu schaffen. Das neue Gesetz umfasst 120 Artikel, das bisherige lediglich 65. Wer immer sich über die zunehmende Regelungsdichte beschweren mag und nach Deregulierung ruft, soll sich diese Vorlage genauer anschauen. Die Welt wird stetig komplexer und die Gesetze umfassender. Die Regierung möchte dem Rechnung tragen und dafür auf eine Vollzugsverordnung verzichten. Das wiederum wird einen erhöhten Bedarf generieren auf Nachtragsgesetze zum WAG.

 

Das St. Galler Wahlgesetzgebung weist beim Proporzrecht gravierende Mängel auf. Während zahlreiche Kantone das Proporzwahlrecht moderner und Zielgruppen gerechter ausstatten, verschärft das St. Galler Parlament seit Jahren die Proporzregeln zu Gunsten der bürgerlichen Parteien. Mittlerweile sind im kleinsten Wahlkreis 11,1 % der Stimmen für einen Sitz nötig, im grössten jedoch nur 3,4%. Das ist nicht nur ungerecht, sondern benachteiligt insbesondere kleine und kleinere Parteien wie die Grünen, GLP, EVP und BDP. Ziel eines Proporzsystems muss es sein, dass der Wähleranteil im Parlament möglichst präzise die Ergebnisse wiedergeben. Die SVP verfügt über einen Wähleranteil von 27 %, hat im Parlament jedoch 33% der Sitze und ist damit mit vier Sitzen übervertreten. Nach neuem Wahlrecht sollen die grossen Parteien bei den Ordnungsnummern nun auch noch privilegiert werden. Klar ist diese Ordnungsnummer für das Ergebnis nicht entscheidend, störend aber auf alle Fälle. Es könnte sich sogar die Frage stellen, ob das St. Galler Proporzsystem in dieser Entwicklung überhaupt noch konform ist mit den Bestimmungen in Art. 34 der Bundesverfassung über die Wahlrechtsgleichheit. Die CVP möchte zudem die Wahlkreisstärke nicht mehr auf die Bevölkerungszahl abstützen sondern nur noch auf die Anzahl Stimmberechtigten. Ja möchten Sie denn inskünftig die Kinder und Jugendlichen oder die auch berechtigten Anliegen der ausländischen Bevölkerungsgruppe nicht mehr wahrnehmen?

 

Vor rund 10 Jahren wurden die gesetzlichen Grundlagen geschaffen für die Versuchsbetriebe zum E-Voting. Diese laufen nun seit kurzer Zeit in fünf Pilotgemeinden. Das neue Gesetz sieht nun vor, dass der Prozess für diesen neuen Stimmkanal weitergeführt und die notwendigen Informatiklösungen weiterentwickelt werden können. Die SP hat massgeblich dazu beigetragen, eine tragfähige Lösung für E-Voting im Parlament herbeizuführen. So muss das Kantonsparlament sein Einverständnis abgeben, wenn für mehr als 30 % der Stimmbevölkerung E-Voting einführt werden soll. Zur Vertrauensbildung wurden zudem hohe Anforderungen definiert an das E-Voting-System. Nichts darf jedoch darüber hinwegtäuschen, dass es maximale Sicherheit auch in diesem Belange geben nicht geben wird. 

 

Rorschach, Ende Juni 2018

Guido Etterlin

Für Entlastung der Pensionskassen nach Bern

Standesintiative des Kantons St. Gallen zur Befreiung der Altersvorsorgegelder von den Negativzinsen der Nationalbank

 

Einladung zur Sitzung der WAK des Ständerates am 4. Mai 2018 in Bern zusammen mit Kantonsratspräsident Ivan Louis (SVP) und Christopher Chandiramani (Erstunterzeichner, SVP)

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren

 

Wenn SVP und SP im St. Galler Kantonsparlament gemeinsam ein Anliegen und überdies noch ein soziales vertreten, dann ist das wohl nicht etwas alltägliches. Es geht uns um den grossen Leidensdruck der Pensionskassen und um den grossen Druck auf die BVG-Renten:

In der Parlamentsdebatte in St. Gallen war unbestritten, dass die SNB stark gefordert ist und diese Aufgabe in einem sehr anspruchsvollen Umfeld auch gut macht. Schliesslich dient aber die Geldpolitik der SNB seit Aufhebung des Mindestkurses dazu, den Druck auf den Franken und damit den Druck auf die Wirtschaft und insbesondere den Druck auf die Exportwirtschaft zu reduzieren und sie damit auch zu schützen. Regierungsrat Würth sprach im Hinblick auf die BVG-Problematik von „unangenehmen Nebenfolgen“.

 

Gemäss Art. 99 unserer Bundesverfassung führt die SNB eine Geld- und Währungspolitik, die dem Gesamtinteresse des Landes dient. Zum Gesamtinteresse des Landes gehört aber nicht nur der Schutz von Wirtschaft und Exportwirtschaft. Zur Wirtschaft gehören auch all diejenigen, die sie tragen und möglich machen; alle ihre Beschäftigen, die Arbeiterinnen und Arbeiter mit ihren massiv unter Druck geratenen Renten.

Negativzinsen sind grundsätzlich ein ökonomischer Schwachsinn und die Betroffenheit aller Pensionskassen ist unbestritten. Die Pensionskassen sind aber gleich dreifach betroffen.

1. Sie bezahlen auf ihre überschüssige Liquidität Negativzinsen

2. Sie erwirtschaften und den weiteren flüssigen Mittel fast KEINE Erträge, obwohl 5 % langfristig

    notwendig sind                U N D

3. Sie werden beträchtliche Abschreibungen vornehmen müssen beim Wegfall der Negativzinsen auf

    alle ihre Obligationen mit sehr tiefen Zinsen.

 

Das Bundesamt für Statistik (BFS) weist für alle Pensionskassen flüssige Mittel aus von CHF 60 Mrd. Die SGPK hat etwa einen Viertel ihrer flüssigen Mittel mit Negativzinsen belastet. Wenn dies für alle Pensionskassen gälte, machte dies 15 Mrd. Franken aus mit einen a.o. Negativ-Zinsaufwand von 100 Mio. Franken jährlich. Gleichzeitig halten alle zusammen 335 Mrd. Franken mit massiv ungenügender Rendite. Das ist eine Folge der langanhaltenden Tiefzinspolitik, die Arbeitnehmende und die Wirtschaft ausfinanzieren müssen bei gleichzeitig sinkenden Pensionkassenrenten.

 

Die SNB erwirtschaftet pro Jahr 2‘000 Mio. Franken an Negativzinsen. Für die SNB sind dies ausserordentliche Erträge. Ein Teil davon ist finanziert aus den Pensionskassen. Die Gewinne der SNB werden jedoch an Bund und Kantone ausgeschüttet - in die Staatskassen umgeleitet. Das finden wir nicht in Ordnung. Mit unserer Standesinitiative hätten wir die Möglichkeit, die Kompatibilität zwischen Altersvorsorge und SNB wiederherzustellen – im Gesamtsinteresse des Landes. Wir möchten, dass der Rentenklau mit den Negativzinsen beendet wird.

 

Chères Mesdames, chers Messieurs, au nom du parlement du canton de st-gall je vous remercie de votre attention et nous vous prions de bien vouloir suivre notre initiative.

 

Rorschach, 4. Mai 2018

Guido Etterlin, Kantonsrat SP

 

Trügerischer Charme tiefer Steuern

Leserbrief zum Samstagskommentar von Stefan Schmid „Der trügerische Charme tiefer Steuern“

 

Chefredaktor Schmid führt in seinem Kommentar die hohen Steuerfüsse der Städte St. Gallen und Rorschach auf ein Kultur- und Freizeitangebot zurück, das seinesgleichen suche. Dem muss widersprochen werden. Der einzige Grund für die hohen Steuern in allen Städten und Zentren im Kanton liegt im verfassungswidrigen Finanzausgleich. Der Kanton hat vor zehn Jahren den Gemeindesteuerfuss-Wettbewerb angeheizt mit dem Ergebnis, dass er 210 Mio. Steuerfranken verteilt und trotzdem nicht mehr akzeptierbare Verzerrungen unter den Gemeindesteuerfüssen geschaffen hat. Die Stadt St. Gallen erhält 20 Mio. Franken Ausgleichszahlungen. Dennoch bleibt sie auf 10 Mio. ungedeckten Zentrumslasten sitzen. Die umliegenden Gemeinden haben diese Kosten nicht und konnten die Steuern reduzieren. Der tiefste Steuersatz beträgt im Kanton nun 75%, der höchste 162 %. Mittlerweile bezahlen Einwohner von St. Gallen oder Rorschach fast doppelt (!) soviele Gemeindesteuern als diejenigen von Mörschwil. Eine allleinstehende Person mit einem steuerbaren Einkommen von 80‘000 Franken bezahlt in St. Gallen 16‘600 Franken statt 11‘800 Franken in Mörschwil. Und es ist ja nicht so, dass Einwohner in St. Gallen von luxuriösen Gemeindedienstleistungen profitieren und diejenigen in Mörschwil mit minimalstem Bürgerservice auskommen müssten. Der Steuerwettbewerb hat ruinöse Ausmasse angenommen. Es braucht dringend eine Korrektur zu Gunsten der Städte.

 

Guido Etterlin, Stadtrat, Kantonsrat SP

Schützenstrasse 16, 9400 Rorschach

 

Nachtrag:

Ich bin der Meinung, dass der Bürgerservice in allen St. Galler Gemeinden – egal ob hohe oder tiefe Steuern – gut und bürgerfreundlich ist. Ich habe damit der These von Stefan Schmid widersprochen, dass sich die Städte mit hohen Steuern einen aufgeblasenen Verwaltungsapparat leisten, wogegen die anderen tatsächlich nur das nötigste bieten. Die Gemeindefinanzen sind kein freier Markt, sie sind das Ergebnis der kantonalen Rahmenbedingungen. Die wesentlichen Verzerrungen in den Gemeindefinanzen liegen im Finanzausgleich begründet. Und dieser wiederum ist klar verfassungswidrig. Der Finanzausgleich hat gemäss unserer Kantonsverfassung zum Ziel, den politischen Gemeinden die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, finanzielle Unterschiede zwischen den Gemeinden zu verringern und übermässige Belastungen der Gemeinden auszugleichen. Es wird mir oft in unserer Region unterstellt, wir Rorschacher seien neidisch auf die tiefen Gemeindesteuerfüsse der umliegenden Gemeinden. Dem ist nicht so. Ich freue mich für alle Nachbargemeinden, für ihren Standortvorteil mit tiefen Steuern. Ich setze mich aber mit Vehemenz dafür ein, dass die grossen ungedeckten Zentrumslasten anerkannt und durch den Kanton finanziell abgegolten werden. 

NoBillag: Die grassierende Geiz-Mentalität lehne ich ab

Klarer Fall: NoBillag ist der falsche Weg, um die SRG abzustrafen für Sendungen, die einem nicht gefallen oder allenfalls sogar aufgeregt haben. Wir brauchen eine gute und starke SRG, das gehört zum Service Public. Die Bodensee-Nachrichten haben nachgefragt:

 

Wann haben Sie das letzte Mal Schweizer Fernsehen geschaut und was war es für eine Sendung?

Ich schaue regelmässig die Tagesschau oder 10vor10, selten aber beides.

 

Gegner wie Befürworter der Initiative sehen sich auf SRF derzeit fast permanent mit den Olympischen Spielen konfrontiert. Wieso müssen alle Gebührenzahler für die Spiele bezahlen, auch wenn man sich nicht für die Wettkämpfe in Südkorea interessiert?

Diese Diskussion ist nicht zielführend. Das kann doch nicht der Grund für oder gegen die SRG sein, ob man Olympia gut oder schlecht findet, ob man sich dafür interessiert oder nicht. Es ist richtig, dass die SRG ein breites Angebot hat, das vielen unterschiedlichen Interessen dient und sich einem qualitativen und unabhängigen Journalismus verpflichtet. Für mich ist das grössere Problem, dass die SRG für die Übertragungsrechte ungeheuer teure Konzessionen bezahlen muss. Das widerspricht auch dem Geist von Olympia.

Falls die Billaggebühren wegfallen würden, ist von vielen Seiten zu hören, dass finanzkräftige Investoren mehr Macht erhalten und somit die Meinungsbildung der Bürger beeinflussen können. Was ist Ihr Standpunkt zu dieser Aussage?

Der SRG würden mit dem Wegfall der Gebühreneinnahmen 75 % ihrer Geldmittel entzogen und damit die Grundlage für ihre Existenz. Achten sie doch, was die privaten Fernsehsender im deutschsprachigen Raum produzieren. Sie wollen doch nicht im ernst solches Fernsehen.

Was denken Sie, wie viele Franken pro Jahr ist das Stimmvolk bereit, für die Solidarität mit den Rätoromanen auszugeben?

Die Schweizer Bevölkerung ist bereit, den Rätoromanen die ihnen zustehenden Sendegefässe mitzufinanzieren. Der gute Umgang mit Minderheiten ist in unserer kleinräumigen vielsprachigen Schweiz sehr wichtig – ein Erfolgsmodell. Die Jungfreisinnigen, die diese Initiative ergriffen haben, sollten sich vielleicht besser mal einen Literaturclub auf SRF anschauen als nur die von Ueli Maurer empfohlenen Buchhaltungskurse besuchen.

Inwiefern würden aus Ihrer Sicht mit einer Abschaffung der Billag die Medienqualität und die Vielfalt leiden?

Es wäre dem Bund nach einem Ja zu No-billag untersagt, Radio- und Fernsehgebühren einzutreiben und es würde ihm untersagt Radio- und Fernsehstationen zu betreiben. Die Vielfalt würde nicht leiden, es gäbe sie ganz einfach nicht mehr. Auch FM1 und TVO wären davon betroffen. Sie kassieren ebenfalls Billag-Gelder.

Wer wäre der grosse Verlierer, wenn die Billag abgeschafft würde?

Unsere Gesellschaft: Sie, du, ihr, ich, wir alle. Die gut verankerte SRG mit ihren vielfältigen Fernseh- und Radioprogrammen würde verstummen.

Ihre Gegner behaupten, dass durch die Abschaffung der Billag eine grössere Kaufkraft jedes Haushaltes in der Schweiz entstehen würde. Jeder Haushalt würde 450 Franken pro Jahr mehr im Sack haben. Was halten Sie dagegen?

Die Gebühr wird ja ab 2019 reduziert auf 365 Franken. Die Billag zog 2016 1,3 Milliarden Franken ein, das ergibt pro Kopf 163 Franken. Das Bruttoinlandprodukt der Schweiz beträgt 659 Milliarden Franken, also machen die Konzessionsgebühren 0,2 % des BIP aus. Glauben Sie nicht im ernst, das würde die Kaufkraft entscheidend verändern. Da sind die überbordenden Krankenkassenprämien das viel grössere Problem. Die belasten die Famillienbudgets!

Wie haben Sie den Abstimmungskampf bis jetzt wahrgenommen?

Initianten und Befürworter posaunen schamlos ihre libertären Parolen und versuchen sie salonfähig zu machen. Es geht diesen Leuten nur noch ums eigene Ego, ums eigene Portemonnaie: „Ich bezahle nur genau für das, was ich will und auch für das am liebsten noch weniger.“ Diese grassierende Geiz-Mentalität lehne ich ab. Unsere Gesellschaft kann so nicht funktionieren. Als nächstes wollen diese Geizhälse vielleicht noch die Volksschule privatisieren, damit sie ja nicht bezahlen müssen, wenn sie keine Kinder haben…

Die letzten Umfragen zeigen einen Nein-Trend zu «No-Billag» von bis zu 65 Prozent – ist die Abstimmung bereits gelaufen?

Ich bin überzeugt, dass die Schweizerinnen und Schweizer anerkennen, was wir mit den zahlreichen gebührenfinanzierten Fernseh- und Radioprogrammen für ein tolles Angebot haben und dass die NoBillag-Vorlage schädlich ist für uns alle. Ich würde mich deshalb freuen, wenn die Stimmbeteiligung möglichst hoch wäre und möglichst viele die Vorlage bachab schicken.

Worauf führen Sie den Umschwung seit Ende Jahr in den Umfragen zurück: Ihre Kampagne oder auf den sogenannten Plan B der Initiativbefürworter?

Die Billag AG ist nur die von der SRG beauftragte Firma, welche die Gebühren einzieht. Diese Firma ist in der Schweiz kein Sympathieträger. Es wurde ihr per 31. Dezember 2018 der Auftrag entzogen und der Gebühreneinzug wird neu organisiert. Die Stimmbürgerinnen haben dieses wichtige Detail erkannt. Es geht um unsere SRG. Und die wollen wir weiterhin. Sie wird sich in der Zukunft wandeln müssen. Und das ist auch gut.

Gibt es bei Ihnen die Befürchtung, dass die Umfragen täuschen und schlussendlich ähnliches droht wie bei der Minarettinitiative, wo alles nach einer Ablehnung aussah und die Vorlage schlussendlich doch vom Volk angenommen wurde?

Ich hoffe nicht. Ich sage immer: Demokratie ist anspruchsvoll. Man kann nicht einfach aus dem Bauch heraus, wegen einer bestimmten Laune, ein Exempel statuieren. Die SRG unter der Leitung von Roger de Weck hat Fehler gemacht. Das ist erkannt. Es wird unter der Leitung von Gilles Marchand Veränderungen geben. Und das ist gut so.

Was ist Ihre Prognose für den Ausgang der Abstimmung am Sonntag 4. März?

Die No-Billag-Initiative wird klar abgelehnt. Die Schweizerinnen und Schweizer wollen eine gute und starke SRG und sind auch bereit, ihren Beitrag zu leisten.

 

Interviewfragen von Marino Walser, Bodensee-Nachrichten, www.bodensee-nachrichten.ch

 

Zentren bluten finanziell aus

Seit der letzten Finanzausgleichsdebatte im Kantonsparlament vor anderthalb Jahren sind die kritischen Feststellungen zur hoch problematischen St. Galler Steuer- und Gemeindepolitik nicht verstummt. Die Stadt St. Gallen hat in einer Studie der Konferenz der städtischen Finanzdirektoren (KSFD) feststellen müssen, dass trotz 20 Mio. Franken Zentrumsausgleich ca. 138 Franken pro Kopf ungedeckt bleiben. Das ergibt einen jährlichen erklecklichen Fehlbetrag von weiteren 10,5 Mio. Franken. Gut verständlich also, dass auch die Stadt St. Gallen diese Last gerechter finanziert wissen möchte. Neuester Versuch war, über die Regio Appenzell - St. Gallen - Bodensee die Infrastrukturleistungen für Hallenbäder von allen Gemeinden im tatsächlichen Einzugsbereich finanzieren zu lassen. In diesem speziellen Infrastrukturthema klafft wiederum ein riesiges Geldloch. Mit acht Franken pro Einwohner und Einwohnerin könnten die Fehlbeträge für die Betriebsdefizite und die anstehenden Erneuerungsinvestitionen gerechter verteilt werden. Nur aber eine willkürlich herausgepickte Aufgabe überregional finanzieren zu lassen, ist keine Lösung. Das Problem ist und bleibt der kantonale Finanzausgleich.

 

Steuerfüsse klaffen immer weiter auseinander

Ursprünglich bewegten sich die St. Galler Gemeinde-Steuerfüsse zwischen 120 % und 160 %. Im analysierten Zeitraum von 1998 bis 2016 startete die Entwicklung mit diesen minimalen und maximalen Steuerfüssen. 2008 weitete sich die Schere aus auf 95 % und 162 % und per 2016 sogar auf 80 und 162 %. Mittlerweile bezahlen Einwohnerinnen und Einwohner von Degersheim etwas mehr als doppelt soviele Gemeindesteuern als diejenigen von Balgach. Eine allleinstehende Person mit einem steuerbaren Einkommen von 80‘000 Franken bezahlt in Degersheim demzufolge 41 % mehr Steuern bzw. 16‘600 Franken statt 11‘800 Franken in Balgach. Der Steuerwettbewerb unter den Gemeinden hat damit ruinöse Ausmasse angenommen. Und es ist ja nicht so, dass Einwohnerinnen in Degersheim von luxuriösen Gemeindedienstleistungen profitieren und diejenigen in Balgach mit minimalstem Bürgerservice auskommen müssten.

 

Negative Verschiebungen von reichen zu armen Gemeinden

Bei einer näheren Betrachtung der Entwicklung fällt auf, dass sich der gewichtete Steuerfuss (Erklärung siehe Kasten) sehr unterschiedlich entwickelt. Er betrug über alle Gemeinden im Jahr 1998 148,6 %, sank 2008 auf 139,2 % und liegt 2016 bei 129,3 %. Insgesamt erheben die Gemeinden also weniger Gemeindesteuern. Leider aber hat es unter den Gemeinden Verzerrungen in gigantischem Ausmass gegeben. 28 % der St. Galler Bevölkerung wohnen privilegiert in 20 sehr steuergünstigen Gemeinden (Steuerfuss kleiner als 120%). Diese konnten die gewichtete Steuerbelastung von 118,6 % auf 102,2 % senken. Eine Differenz um 16,4 Steuerprozente. Am Ende der Rangliste stehen 32 Gemeinden mit insgesamt 44 % der Kantonseinwohner. Diese bezahlen mehr als 140 %. Deren gewichtete Steuerbelastung reduzierte sich lediglich von 151,1 % auf 145,8 %, also bescheidene 5,3 %.

 

Steuerbelastung ist in Zentren und Städten besonders hoch

In demografischer Hinsicht hat sich die Bevölkerung im Zeitraum 1998 bis 2008 um 5,9 % und 2008 bis 2016 um 6,6 % erhöht. Insgesamt haben sich sowohl die steuergünstigen wie auch die anderen etwa gleich entwickelt. Wenn sich nun aber mit gleichen Zuwachsraten die steuergünstigen Gemeinden derart viel günstiger entwickeln, hat das zur Folge, dass innerhalb des Kantons eine Migrationsbewegung stattfindet, wo gezielt bessere Einkommen in steuergünstigere Gemeinden verschoben werden. In der Liste der Gemeinden mit hohen Steuerfüssen fallen durchwegs Zentrumsgemeinden und Städte auf. Ein weiteres Indiz für die Fehlwirkung des kantonalen Finanzausgleichs.

 

Klar Verfassungswidrig

Der Finanzausgleich hat gemäss Kantonsverfassung zum Ziel, den politischen Gemeinden die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, finanzielle Unterschiede zwischen den Gemeinden zu verringern und übermässige Belastungen der Gemeinden auszugleichen. Damit ist die aktuelle Finanzausgleichsgesetzgebung klar verfassungswidrig. Ganz aktuell verschärft wird die finanzielle Situation in den Städten durch die erhöhte Belastung in der Pflegefinanzierung. Der letzte immer häufiger städtische Wohnsitz ist massgeblich für die Pflegefinanzierung. In vielen Fällen passiert es deshalb, dass Personen in der Erwerbsphase die günstigen Steuern in einer Tiefsteuergemeinde bezahlen, im Alter dann umziehen in eine Stadt oder Zentrumsgemeinde, wo alles so praktisch zentral und nah ist und diese dann auch noch die Pflegeleistungen finanzieren muss. Es ist dringender Handlungsbedarf gegeben.

 

Rorschach, 16. Feburar 2018

Guido Etterlin

 

 

Gewichtete Steuerfüsse in den Gemeinden

In Finanzpolitischen Debatten und auch beim Finanzausgleich rechnet man im Zusammenhang mit Steuerbelastungen mit der Steuerkraft pro Einwohner in einer Gemeinde. Der Steuerzahlende aber vergleich höchstens, wieviel seine eigene Steuerbelastung ausmacht im Vergleich mit einer anderen Gemeinde. Darum wird hier mit dem gewichteten Steuerfuss argumentiert. Der Gemeindesteuerfuss wird mit Anzahl Einwohner multipliziert und die so ermittelte Summe durch die Anzahl Einwohner des Kantons dividiert.

 

0 Kommentare

Stefan Bolt als Schulsekretär verabschiedet

Nach 11jähriger Tätigkeit als Schulsekretär, hat Stefan Bolt seine Stelle per Ende Jahr aufgegeben und nimmt eine neue Herausforderung in der Verwaltung der Fachhochschule in St. Gallen an. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Schulverwaltung zu einem allseits geschätzten Dienstleistungszentrum Schule. Damit verbunden war auch der Umzug vom alten Standort auf dem Burghaldenareal zum Rathaus. Bei Stefan Bolt liefen alle Fäden rund um die Schule zusammen, er war verantwortlich für die Schnittstellen zur Stadtverwaltung und schliesslich trug er auch die administrative Verantwortung für die zwischenzeitlich neu eingerichtete Bilbliothek sowie die Fachstelle Jugend Familie Schule. Zuletzt übernahm er neben seiner vielfältigen Aufgabe die Projektleitung für die Erarbeitung des gesamtschulischen Medienbildungskonzeptes. Der Schulrat bedankt sich bei Stefan Bolt für die jahrelange, umsichtige Leitung der Schulverwaltung. Sein Nachfolger, Stefan Rüthemann, wird das Amt am 1. März 2018 antreten.

 

Rorschach, 4. Januar 2018

Guido Etterlin, Schulratspräsident

 

 

Viel Lichtzauber im 2018!

"Man kann das Licht eines Anderen reflektieren, aber strahlen kann man nur mit seinem eigenen."

 

Die Fotografie stammt von Toni Häne und wurde aufgenommen an der Lichtwoche aus Anlass des 100-Jahr-Jubliäums des Kunstvereins Rorschach. Irmgard und Ruedi Stambach organisierten den LICHTZAUBER in der Jugendkirche, wo 300 Schülerinnen und Schüler eine Laterne gestalten durften und damit den Kirchenraum in ein Lichtmeer verzauberten. Der Lichtzauber wurde mit klassischer Musik umrahmt und schaffte eine einzigartige, ja fast mystische, Atmosphäre. Herzlichen Dank an den Kunst-verein, an Irmgard und Ruedi für die sagenhafte Idee und die vielen Mitwirkenden, die bei der Umsetzung mitgeholfen haben. 

 

Das Jahr 2017 stand im Zeichen des Lichts. Der Kunstverein feierte sein 100jähriges Bestehen und schenkte der Stadt Rorschach Licht; stellte unsere Stadt unentwegt ins (gute) Licht. Über das ganze Jahr verteilt, fanden Lichtprojekte statt. Eines hat es mir besonders angetan: Im LICHTZAUBER haben sich Kunst und Schule zusammengetan. So etwas wird möglich, wenn sich engagierte Erwachsene und kreative Kinder für etwas Gemeinsames einsetzen. Der Lichtzauber im Kirchenraum schaffte aber noch mehr: Möglichkeiten zur Begegnung. Ich bin mehrmals hingegangen, war überwältigt von dieser einzigartigen Stimmung, traf Bekannte, Fremde, Kinder, Erwachsene. Ich wünschte mir bald wieder so etwas, wo es um gute Ideen und eine ausserordentliche Wirkung geht. Das bringt uns zusammen, das bringt uns näher, das bringt uns in den Austausch und fördert das gegenseitige Verständnis. Egal woher wir kommen.

 

Das Jahr 2017 war für unsere Schule ebenso ein bewegtes: Wir arbeiten nun mit dem neuen Lehrplan, die Oberstufe ist durchlässig und die Schuleingangsstufe präsentiert sich neu und dazu haben wir die Grundlagen für die Medienbildungsoffensive gelegt. Das hat uns alle sehr gefordert, wird uns aber weiterbringen und dazu beitragen, dass unsere Schule weiterhin im guten Licht steht. Ich bedanke mich bei allen, die uns dabei mit Worten und Taten unterstützt haben.

 

Für den bevorstehenden Jahreswechsel und im Neuen Jahr entbiete ich die besten

Wünsche.

 

Rorschach, zum Jahresende 2017

Mit freundlichen Grüssen

Guido Etterlin, Schulratspräsident

Der Finanzausgleich hat versagt

Leserbrief zum Artikel «Nicht alle sind solidarisch», Tagblatt vom 5. Dezember 2017, Seite 24

 

Regional genutzte Hallenbäder sollen gemäss einer Studie auch regional finanziert werden. Wunderbar; wer dagegen ist, sei unsolidarisch, heisst es da. Explizit von dieser Solidarität ausgenommen sind die Freibäder, die Menschenmassen in den Sommermonaten von nah und fern anziehen. Ausgenommen ist auch der Unterhalt und die Erneuerung der einzigartigen durchgängigen Seeuferpromenade in Rorschach. Haben Sie gewusst, dass diese den Rorschacher Steuerzahler jährlich mehrere hunderttausend Franken kostet? Was passiert mit den regional genutzten Einrichtungen in allen Zentren des Kantons? Alle Zentren im Kanton und insbesondere auch die Stadt St. Gallen weisen ungedeckte Kosten in Millionenhöhe aus. In direktem Zusammenhang damit steht, dass diese allesamt wesentlich höhere Steuerfüsse haben. Der Grund liegt in der einfachen Feststellung, dass der kantonale Finanzausgleich versagt. Das ist ein grosses und immer grösser werdendes Problem. In diesem Zusammenhang muss von fehlender Solidarität gesprochen werden. Und nicht, weil es grad opportun wäre, eine bestimmte Infrastrukturaufgabe zu regionalisieren.

 

Guido Etterlin, Stadtrat Rorschach und Kantonsrat SP

Schützenstrasse 16, 9400 Rorschach

 

PS: und den grösseren Widerspruch dazu finden Sie in der Berichterstattung des Tagblatts vom 29. August 2017 über die ungedeckten Zentrumslasten "Der Preis der städtischen Sportanlagen". Gemäss dieser Studie betragen die ungedeckten Kosten ca. 138 Franken pro Kopf in der Stadt Stadt St. Gallen.  Für Rorschach machte dies umgerechnet 1,3 Mio. Franken, wobei die Rorschach keinen Vorabbeitrag erhält wie die Stadt St. Gallen. (Ecoplanstudie; Konferenz der städtischen Finanzdirektoren KSFD)

 

Das hat Rorschach nicht verdient

Lieber Thomas Müller

 

Dein Sommerinterview, das kürzlich im Tagblatt erschienen ist, bedarf einer Entgegnung.

 Seit elf Jahren bin ich in Rorschach Schulratspräsident. Politisch stehen wir weit auseinander. Dennoch funktioniert die Zusammenarbeit für unsere Stadt. Unsere Schule als gewichtiger Standortfaktor für hier lebende Familien und Neuzuziehende steht sehr gut da. Miteinander haben wir im „Projet urbain“ die Lebensqualität von vielen verbessert. Dein Interview mit der Überschrift „Der Islam hat hier nichts verloren“ veranlasst mich zu diesem Brief.

 

Du behauptest unablässig, ohne dich hätte sich in Rorschach nichts bewegt. 2007 sind weltweit die Banken wegen unseriöser Geschäftspraktiken in Turbulenzen geraten und haben alle Volkswirtschaften bis heute in Not gebracht. Der Bürger zahlt seither die Zeche, indem seine Spar- und Pensionskassenguthaben nicht mehr verzinst werden. Der Immobilienmarkt wurde schweizweit auf der Ersatzsuche nach Investitionsmöglichkeiten mit Milliarden geflutet, so auch Rorschach. Das ist der Grund, warum im ganzen Mittelland diese Unsummen verbaut wurden. Erinnere dich an die Stürm-Preisverleihung, als Dr. h.c. Reinhold Würth für seine Investitionen geehrt wurde. Du standest nicht auf dem Podium. Dank der Wirtschaftsförderung des Kantons wurde diese Ansiedlung möglich. Du und viele andere haben nach besten Kräften mitgewirkt.

 

Du beleidigst unablässig Menschen. Erst war es Peer Steinbrück, mal sind es Sozialhilfebezüger, Richter, Sozialarbeiter, Journalisten oder Einsprecher, oft sind es Migranten. Alles was deiner Weltanschauung nicht entspricht, wird verunglimpft. Warum nur? Zusammen mit deiner gewechselten Partei brichst du Tabus. Deine neueste Wortschöpfung ist „gesunde Rassisten“. Was unterscheidet gesunde Rassisten von kranken Rassisten? Mit solch menschenverachtenden Äusserungen richtest du Schaden an. Du trägst die Verantwortung für unsere Stadt mit mehr als 9‘000 Einwohnern. Sehr viele davon werden von dir pauschal wegen ihrer Herkunft oder wegen ihrer Religion gedehmütigt. Das hat Rorschach nicht verdient.

 

Guido Etterlin, Schulratspräsident und Stadtrat, Rorschach

Der Kanton als Medienhaus?

Überlegungen zur Schulzeit, der neuen Zeitschrift des Bildungsdepartmentes

Geht die Zeitschrift, respektive die Themensetzung über die Informationspflicht der Regierung hinaus?

Die Zeitschrift geht klar darüber hinaus. Die Mehrzahl der Artikel in der Schulzeit sind gefällige Geschichten rund um schulische Allgemeinplätze. Das ist nicht Aufgabe einer Regierung oder eines Departementes sondern der Medien. Es gilt zudem zu bedenken, dass Schule im Schulzimmer stattfindet. Lehrpersonen, Schulleiter und lokale Schulbehörden informieren die Eltern und die Steuerzahlenden sehr gut über alles, was in der Schule läuft. Die zusätzliche Informationsoffensive schafft sogar Doppelspurigkeiten und ist unnötig.

 

Weshalb ist die Schulzeit eine, respektive keine Behördenpropaganda?

Noch ist die Schulzeit kein Propagandainstrument der Behörde, könnte aber jederzeit zu einem werden. Problematisch ist es, weil der Kanton seinen bisherigen Rahmen der sachlichen und objektiven Information ausdehnt und damit die Zusammenarbeit mit den Medien verändert. Mit der Schulzeit ist der Kanton auf einen Schlag selber Medienhaus und das lehne ich ab. Das ist nicht im Sinne unserer demokratischen Ordnung. Kritisch beurteile ich das Interview mit Stefan Kölliker in der Schulzeit. Es dient eher der Selbstdarstellung denn der sachlichen Information. Dass das St. Galler Stimmvolk klar für den Verbleib in HarmoS gestimmt hat, ist hinlänglich bekannt. In der Schulzeit wird auch gegen journalistische Regeln verstossen. Der kantonale Lehrmittelverlag ist Inserent in der Schulzeit und gleichzeitig erscheint eine Publireportage über ihn, ohne dass sie als solche bezeichnet wird.

 

Ist es problematisch, respektive unproblematisch, wenn sich Departementsvorsteher/-vorseherinnen derartige Sprachrohre schaffen?

Stellen Sie sich vor, jedes Departement würde solche Zeitschriften herausgeben, das gäbe ja einen regelrechten Informations- und Geschichtensalat. Es interessiert deshalb besonders, wie sich die Regierung zum publizistischen Alleingang des Bildungsdepartementes stellt. Der Kanton würde besser seinen unübersichtlich gewordenen Webauftritt verbessern.

 

Der richtige Zeitpunkt für eine richtige Generationenpolitik!

Darum Ja zur AHV-Revision 

 

Im Jahr 2001 hat in der Schweiz eine Frau durchschnittlich 1,38 Kinder geboren. Inzwischen hat sich die Geburtenrate bei uns erfreulicherweise auf 1,54 Kinder je Frau gesteigert. Wegen der zunehmenden Überalterung der Schweizer Bevölkerung ist eine vernünftige Generationenpolitik wichtig. Unsere Gesellschaft braucht möglichst attraktive Rahmenbedingungen für Mütter und Väter mit ihren Kindern. Denn ihre Bedürfnisse und Anliegen sind nicht einfach ihre Privatsache, vielmehr betreffen sie Kernpunkte der gesellschaftlichen Entwicklung unseres Landes.

 

Die SP des Kantons St. Gallen hat vor diesem Hintergrund eine generationenpolitische Resolution verabschiedet. Mit der Resolution wollen wir die Bedürfnisse der Kinder und ihrer Eltern durch eine seriöse Familienpolitik stärken und gute Rahmenbedingungen für alle Lebensphasen schaffen. Dazu gehören:

  1. höhere Kinder- und Ausbildungszulagen für alle, wobei das Steuersystem für die notwendige Abstufung zwischen Gut- und Schlechtverdienenden sorgt
  2. eine Entlastung der Familien von den hohen Krankenkassenbeiträgen durch eine Prämienbefreiung für Kinder  
  3. eine gesetzliche Grundlage für schulergänzende Tagesstrukturen – auch während der 13 Wochen Schulferien
  4. mehr kinderfreundlichen und günstigen Wohnraum in allen Gemeinden
  5. eine Absicherung für Familien, die in Not geraten. Allzu viele Kinder und Alleinerziehende sind von der Armutsfalle bedroht
  6. Bevorzugung von familienfreundlichen Unternehmungen bei öffentlichen Submissionen

 

Im Zusammenhang mit diesen Forderungen soll die kantonale Verwaltung ein interdisziplinäres Amt für Familien einrichten. In den vergangenen Jahren sind die Bemühungen des Kantons bezüglich der Frühförderung gescheitert. Weil diese Querschnittsaufgabe auf drei Departemente verteilt ist, konnten wichtige Ressourcen nicht gebündelt werden.

 

Die sechs Forderungen der SP-Resolution St. Gallen kommen zum richtigen Zeitpunkt. Denn sie sind kompatibel mit der Vorlage zur Rentenreform 2020. Zudem haben die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Februar dieses Jahres die Unternehmenssteuerreform III abgelehnt, die durch eine einseitige Entlastung der Grosskonzerne und Holdinggesellschaften zu Steuerausfällen bis zu 3 Milliarden Franken geführt hätte; die Ablehnung führt zu einer vernünftig abgespeckten Unternehmenssteuerreform IV. Sowohl die Rentenreform als auch die Unternehmenssteuerreform sind wichtige Schritte in Zukunft unseres Landes. Im Sinne einer ganzheitlichen Gesellschaftsentwicklung dürfen dabei die Generationen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Stärkung der Familienpolitik liegt in unser aller Interesse. Mit ein paar zusätzlichen Krippenplätzen ist es heute nicht mehr getan: Zwischen 1992 und 2012 hat sich die Zahl der Familienhaushalte mit nur einer erwerbstätigen Person halbiert und die Zahl der Paare mit zwei Vollarbeitsstellen verdoppelt.

Entspannen Sie sich, Herr Ackermann!

Am Samstag publizierte Jürg Ackermann im Tagblatt einen Leitartikel zu einer Interpellation des Kantonsrates zur Frühförderung. >>> lesen Sie den Leitartikel hier

 

Hier folgt meine Entgegnung:

Die politische Diskussion rund um das überparteilich anerkannte und wichtige Thema der Frühförderung krankt an persönlichen Nabelschauen. Dass sich der Leiter für überregionale Ressorts des Tagblatts in einem Leitartikel einer solchen hingibt, stimmt nachdenklich. Wenn er den Interpellationstext genau gelesen hätte, hätte er unschwer feststellen können, dass die Interpellanten Elternkurse fördern und verbilligen möchten. Es steht dort nichts von einem Obligatorium. Es ist ja auch schön, dass er damals – vermutlich vor Jahrzehnten - mit Bauklötzen und Playmobil spielen durfte. Das

machen viele unserer aktuellen Kinder auch noch; unter vielem anderem. Die Welt hat sich aber seither gewaltig verändert. Das fordert viele heutige Eltern und deren Kinder gleichermassen. Erschreckend viele sind überfordert. Weiter plädiert er, endlich die totale Chancengleichheit aller Kinder als Utopie zu

akzeptieren. Vielleicht würde er besser unsere Kantonsverfassung zur Hand nehmen, wo sich alle St. Galler anno 2001 in Art. 10 ebendiesen Auftrag gegeben haben, sich für die Chancengleichheit auf allen Stufen einzusetzen. Prof. Rolf Dubs hat in einem denkwürdigen Aufsatz vor zehn Jahren diese Chancengleichheit kritisch gewürdigt und fordert seit Jahren, wenigstens die gleichen Startchancen für Kinder in der Schule anzustreben. Und in diese Richtung zielt die Interpellation. Wir müssen Wege finden, um überforderte Eltern einen Ausweg für Ihre Kinder finden zu lassen. Das ist nicht nur wichtig sondern auch dringlich. Bei Kleinkindern wirken sich Fehlentwicklungen durch unsachgemässe Erziehung, Vernachlässigung, zu wenig Bewegung, zu viel Medienkonsum, unausgewogene Ernährung, schlechte Sprachvorbilder und weiteres besonders fatal aus und sind vom Schulsystem in den folgenden Jahren kaum zu kompensieren. Deswegen sind Bestrebungen, die Eltern nachhaltig stärken, zu unterstützen. Eltern, die das nicht nötig haben, können entspannt zurücklehnen. Ich empfehle Herrn Ackermann einmal einen Besuch in einem Kindergarten. Die Heterogenität dort war leider noch selten so gross. Das hat mit den zu unterschiedlichen Startchancen zu tun. Und das ist nicht in Ordnung.

 

Guido Etterlin

Stadtrat und Schulratspräsident Rorschach, Kantonsrat, Rorschach

 

und hier finden Sie den Medienbericht über die Interpellation >>>> hier klicken

 

und hier finden Sie die Rorschacher Informationen zur Frühförderung >>>>> hier klicken

Schulschlussfeier im HPV

Im Stile der 20er Jahre zum Schulschluss

 

Im vergangenen Jahr auf den Spuren der vielen Bähnler-Kinder im alten Lok-Depot und in diesem Jahr eine Hommage an die 20er-Jahre. Die Schule Rorschach feierte mit 140 Lehrpersonen und Gästen den diesjährigen Schulschluss auf dem Dachgeschoss der HPV. Rorschach verzeichnete damals dank der blühenden industriellen Entwicklung einen Rekord mit über 13'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Schulratspräsident Guido Etterlin verabschiedete zwei Lehrpersonen in die Pension.

 

Elisabeth Krömler arbeitete von 2007 bis 2017 als Oberstufenlehrerin im Schulhaus Burghalde. Sie sei eine richtige Allrounderin gewesen, fasste Schulratspräsident Guido Etterlin ihr zehnjähriges Wirken zusammen. So arbeitete sie in der damaligen Werkjahrsklasse, später als Reallehrerin in der Realschule und abschliessend als Fachlehrerin. Im Lehrerteam wurde ihre offene, gradlinige und kritische Art sehr geschätzt. Der Schule Rorschach bleibt sie auch noch der Pensionierung noch verbunden. Sie übernimmt eine Stellvertretung für eine erkrankte Kollegin. Mit Margrit Zürcher geht eine langjährige und verdiente Persönlichkeit in Pension. Sie startete ihre Laufbahn in der Schule Rorschach 1998 als Primarlehrerin und wurde vor zehn Jahren in die Schulleitung des Schulkreises Pestalozzi berufen. Margrit Zürcher sei die Person der guten Zusammenarbeit gewesen, resumiert Etterlin in seiner Laudatio. Er selber habe während zehn Jahren davon profitieren dürfen und zahlreiche Rückmeldungen aus dem Schulbetrieb würden dies bestätigen. Sie brachte zudem eine reiche Erfahrung ein in ihre Arbeit. So war sie in früheren Jahren Erziehungsrätin. Mit einem lang anhaltenden Applaus verabschiedete sich die versammelte Lehrerschaft von den beiden Lehrerinnen. Für 25 Dienstjahre wurden Beate Studach und Anja Wibawa geehrt. Die angemessene Vertretung von Frauen in der Schulleitung konnte zudem verbessert werden durch die Wahl von Iris Bodenmann und Jacqueline Schoch als Stellvertreterinnen von Ruedi Jucker in der Schulleitung der Oberstufe. Anschliessend boten David Büchel und Flavia Landolfi einen Einblick in ihr meisterhaftes Wirken als schweizweit erfolgreiches Tanzpaar. Interessierte Lehrerinnen konnten gleich vor Ort die ersten Tanzschritte mit dem Paar erlernen.

 

Rorschach, 7. Juli 2017

Guido Etterlin, Schulratspräsident

Sek und Real rücken zusammen

Perrine Woodtli vom Tagblatt hat am 5. Juli folgenden Bericht über unsere Oberstufe publiziert:

 

Die Schule Rorschach führt auf Schuljahranfang ein neues Oberstufenkonzept ein. Die Stadt passt ihr Oberstufenkonzept an. Im neuen Schuljahr werden alle gleichen Jahrgänge im gleichen Schulhaus unterrichtet. Damit soll der Austausch zwischen Real- und Sekundarschülern vereinfacht werden.             

 

Für einige Schülerinnen und Schüler der Schulhäuser Burghalde und Kreuzacker stand in den vergangenen zwei Tagen für einmal Schleppen statt Lernen auf dem Programm. Dies, weil die Stadt eine sogenannte durchlässige Oberstufe einrichtet. Konkret bedeutet dies, dass der Austausch zwischen Real- und Sekundarschule einfacher werden soll. Deshalb werden nach den Sommerferien die gleichen Klassenjahrgänge jeweils im selben Oberstufenschulhaus unterrichtet. So befindet sich neu ab Mitte August die erste und zweite Oberstufe im Schulhaus Kreuzacker. Die dritte Oberstufe sowie zwei Kleinklassen und die Integrationsklasse befinden sich künftig im Schulhaus Burghalde. Drei Lehrpersonen mussten deshalb die Schulhäuser wechseln. Die Klassen zügelten einen grossen Teil gleich selber.

Real- und Sekundarschüler gemeinsam unterrichten

Dass Real- und Sekundarklassen nun nicht mehr wie bislang getrennt untergebracht werden, ist für Schulratspräsident Guido Etterlin «ein grosser Entwicklungsschritt». «So ist es möglich, dass Realschüler und Sekundarschüler gewisse Fächer künftig gemeinsam besuchen können. Wir eröffnen damit allen neue Chancen», sagt Etterlin. Bei schwächeren Sekundarschülern und starken Realschülern gebe es einen Überschneidungsbereich. Jenen Schülern wolle man die Chance geben, ein ihnen entsprechendes Niveau zu besuchen. Konkret geht das in den Fächern Mathe und Englisch.

Dass Schüler aus unterschiedlichen Klassen dasselbe Fach besuchen, gehe aber nur, wenn die Schüler keine grosse Distanzen zurücklegen müssen, sagt Etterlin. «Wenn ein Schüler zuerst zehn Minuten laufen muss, um das Schulhaus zu wechseln, geht das nicht auf.» Für eine durchlässige Oberstufe seien kurze Wege daher eine wichtige Voraussetzung. Man werde die gleichen Jahrgänge deshalb gleich in denselben Stock verlegen, sagt Schulleiter Ruedi Jucker. «So müssen Schüler oder Lehrer jeweils nur noch kurz das Klassenzimmer wechseln.» Mit dem neuen Konzept sei die Schule auch gut für den Lernplan 21 gerüstet, der ebenfalls ab kommenden Schuljahr umgesetzt wird.

Oberstufenkonzept verlangt bauliche Massnahmen

Bis aber mit dem neuen System unterrichtet werden kann, gibt es noch einiges zu tun. Diese Woche stehen die Umzugskartons noch in den Gängen der Schulhäuser. In den Sommerferien werden die Schulzimmer dann eingerichtet. Und im Schulhaus Kreuzacker bleibt es nicht bloss dabei. Das Gebäude wird gleich auch teilweise umgebaut, wie Ruedi Jucker sagt. «Das vom Kanton ­vorgegebene durchlässige Oberstufenkonzept verlangt auch bauliche Massnahmen.» Unter anderem werden Schulzimmer mit Durchbrüchen miteinander verbunden. Im Schulhaus Burghalde entsteht für die Oberstufenschüler im dritten Schuljahr zudem eine zweite Lernlandschaft, ergänzt Jucker.

Der kleinere Umzug wurde auch gleich genutzt, um das Schulhaus Kreuzacker aufzuräumen und zu entrümpeln. «Wir haben am Donnerstag und Freitag alles in mehreren grossen Mulden entsorgt, was sich in den vergangenen 50 Jahren angesammelt hatte», sagt Jucker. «Das war wirklich wieder einmal nötig.» Der Schulleiter ist sichtlich froh, dass man gleich alles zusammen in kurzer Zeit erledigen konnte. So seien die beiden Schulhäuser im August bereit für die Schüler. Im neuen Schuljahr werden rund 90 Schüler das Schulhaus Burghalde und rund 160 Schüler das Schulhaus Kreuzacker besuchen. Letzteres ist gemäss Ruedi Jucker nun «ziemlich ausgebucht». Platzprobleme aufgrund des Umzuges gebe es jedoch keine.

Über die Kontroverse zum neuen Fach Ethik-Religionen-Gesellschaft (ERG)

Im Moment tobt die Kontroverse, dass die evang.ref. Landeskirche ihren Schülern vorschreiben will, sie müssten das Wahlpflichtfach ERG Kirchen besuchen, wenn sie konfirmiert werden wollen. Oder anders ausgedrückt: Ein Schüler, der ERG Schule besucht, wird die Voraussetzungen zur Konfirmation nicht erfüllen!

 

Ich meine dazu: Schade!

ERG Schule und ERG Kirche sind von den Lehrplaninhalten gleichwertig und deshalb bedaure ich diesen Entscheid. Vom pädagogischen Standpunkt her spricht gar nichts gegen die Konfirmation von einem Schüler, der ERG Schule besucht hat.

Schliesslich war es ein politisches Novum, dass der Erziehungsrat dieses Wahlpflichtfach überhaupt einführte. Einfacher und sinnvoller wäre es gewesen, ERG den Schulen alleine zu übertragen.

Die Umsetzung in den Schulen zeigt nun, dass es primär ein organisatorischer Wahnsinn ist. In der Primarstufe bauen wir nun den Stundenplan neben Turnen, Werken und Handarbeit auch noch um das Fach ERG herum.

Der Klassenlehrer wird wichtige Themen wie Konflikte, Umgang miteinander, Klassenregeln nicht im Fach ERG behandeln können, weil dann ja immer 4-5 Schüler fehlen.

Noch sinnvoller wäre es, wenn das Angebot ERG Kirchen durch Qualität überzeugen würde als durch Zuweisungsvorschriften.

 

Wir werden also in einem oder zwei Jahren die Umsetzung evaluieren und allenfalls die politische Diskussion führen müssen.

 

Rorschach, 13. Februar 2017

Guido Etterlin, Schulratspräsident

Download
Erklärung von ERG und Anmeldeformular für Eltern
ERG: Ethik - Religionen - Gemeinschaft
ERG-Brief_Version Rorschach_V3.pdf
Adobe Acrobat Dokument 58.9 KB
0 Kommentare

Und wieder zahlen die Städte die Zeche - Nein zur USR III

„Der Geist von Davos ist verraucht“, titelt die Sonntagszeitung am 15. Januar 2017 und zitiert ein offizielles WEF-Papier, das sich Sorge macht über die wachsende Ungerechtigkeit in der Welt. Leider gilt dies auch für die Solidarität unter den Gemeinden im Kanton St. Gallen, wo die Städte stetig belastet werden. Die USRIII wird sich beispielsweise in Rorschach fatal auswirken.

 

Kantonale Steuerpolitik ist mit Finanzausgleich verknüpft

Die Stadt Rorschach leidet akut wie alle anderen st.gallischen Wirtschaftszentren unter dem ungenügenden Regime des kantonalen Finanzausgleichs. Die für alle wertvollen Zentrumsleistungen werden ungenügend abgegolten. So zahlt ein Steuerzahler in Rorschach 149 % Gemeindesteuern, in den direkt angrenzenden Nachbargemeinden Goldach und Rorschach etwa 111% und in den regionalen Steueroasen Tübach und Mörschwil nur 82%. Diese Differenzen sind nicht nur ungerecht, sie sind ein richtiges Problem, das mit der USRIII noch verschärft werden wird. Die Arbeitsplätze in der Region, die für die Prosperität der Wirtschaftsregion ebenso von Bedeutung sind, bietet zur Hauptsache die Stadt Rorschach an. Die Differenzen sind krass. Pro Einwohner bietet Rorschach 0,63 Arbeitsplätze an samt Pendlerinfastruktur, in Rorschacherberg sind es 0,27 Arbeitsplätze, gleich wenig sind es auch in Mörschwil. Dafür übertreffen sich diese Wohngemeinden mit immer tieferen Steuerfüssen. Der Steuerwettbewerb hat ruinöse Ausmasse angenommen.

 

Rorschach ist wichtiger regionaler Wirtschaftsstandort

Wenigstens bei den Unternehmenssteuern kann Rorschach mithalten, rangiert sogar in den vorderen Rängen der Statistiken. Pro angebotenem Arbeitsplatz kassiert die Stadt 600 Franken Unternehmenssteuern, in Rorschacherberg sind es 400 und in Goldach 280 Franken. Viele Arbeitsplätze und ein stolzer Anteil von 600 Franken ergeben für die Rorschacher Stadtkasse jährlich 3,4 Mio. Franken an Unternehmenssteuererträgen und machen ähnlich wie in der Stadt St. Gallen 17 % der Steuereinnahmen aus. In Rorschacherberg fällt diese Ertragsposition mit 774‘000 Franken oder 3,7 % sehr bescheiden aus.

 

Die Wirtschaftsstandorte werden geschwächt

Das Problem ist jetzt nur: Der Bund hält die Kantone schadlos beim Ausfall durch die reduzierten Erträge am Bundessteuerertrag für Juristische Personen durch die USRIII. Der Kanton St. Gallen wird in der Folge die Gewinnsteuersätze reduzieren sowie die neuen Steuerprivilegien durch die USR III werden weitere Ertragsausfälle zur Folge haben. Damit ist auf Gemeindeebene mit einem Ausfall von rund 20% der Steuererträge von Unternehmen zu rechnen. Der Ausfall könnte gar noch grösser ausfallen, wenn in einer Gemeinde keine bisher steuerprivilegierten Unternehmen tätig sind, denn diese müssen tendenziell mit leicht höheren Belastungen rechnen. In Rorschach steht in Aussicht, dass demzufolge mit einem Ausfall von 680‘000 Franken zu rechnen ist. Das sind 4 bis 5 Steuerprozente. In Rorschacherberg sind es lediglich 1 Prozent und in Goldach 1,5 Prozente.

 

Es wäre für Rorschach einfach, nur noch auf Wohnbau zu setzen

Die USRIII schwächt die wirtschaftlichen Zentren im Kanton weiter. Effekthaschend könnten diese nun einseitige Wohnbauförderung betreiben. Aber wollen wir das? Gesamthaft sägten wir nur am Ast, wo wir alle gemeinsam draufsitzen. Es kann aber nicht sein, dass die Städte wiederum diese Zeche bezahlen sollen. „Der Kanton muss mit uns reden“, forderte darum zum Jahresende der St. Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin zu den drohenden Steuerausfällen. Nach seinen Schätzungen beträgt der Ausfall für die Stadt St. Gallen zwischen 6 und 42 (!!) Prozent. Konkret hätte dies Ausfälle von bis zu 10 Steuerprozenten zur Folge. Der Vorsteher des Finanzdepartementes muss endlich den Leidensdruck in den Städten zur Kenntnis nehmen. Es braucht eine Neuverhandlung bei der Verteilung der kantonalen Unternehmenssteuern; die Standortgemeinden müssen massiv gestärkt werden. Fakt jedoch ist, dass nach vielen Sparpakten die Ausfälle nicht durch Minderausgaben aufgefangen werden können. Die Folge werden Steuererhöhungen in den Städten sein, wo sich die Arbeitsplätze befinden. Das ist aus lokaler Sicht entschieden abzulehnen.

 

Und auch die Kirchen sind betroffen!

Und auch bei den beiden Landeskirchen wird sich die USRIII negativ auswirken. Sie werden gesamthaft rund 4,6 Mio. Franken weniger erhalten. Es wird den Kirchen wenig anderes übrig bleiben, als Leistungen abzubauen, denn die Kirchen riskieren mit jeder Steuererhöhung, dass Mitglieder austreten. Schade, das Bundesparlament hätte es in der Hand gehabt, eine massvollere Unternehmenssteuerreform auszuarbeiten. Man sollte in Bern vielleicht mehr auch an die Auswirkungen in den Gemeinden und Städten denken.

 

Guido Etterlin, Kantonsrat und Stadtrat in Rorschach

1 Kommentare

Interpellation zu den Kinderärzten

Interpellation Etterlin-Rorschach / Altenburger-Buchs: "Sicherstellung der medizinischen und insbesondere kinderärztlichen Grundversorgung"

 

Die Regierung bestätigte in ihrer Antwort vom 21. April 2015 zur Interpellation der SP-GRÜ-Fraktion zum Fachkräftemangel in der Humanmedizin, dass der Mangel an Ärztinnen und Ärzte, die aus der Schweiz stammen und in unserem Land ausgebildet werden, die Gesundheitsversorgung im Kanton zunehmend vor Probleme stellt. Zudem gestaltet sich der Zuzug von ausländischen Ärztinnen und Ärzten immer schwieriger. Im Zusammenhang mit Abklärungen zum Aufbau von Familienzentren hat sich ergeben, dass speziell die kinderärztliche Grundversorgung in den nächsten Jahren in Frage gestellt sein könnte. Zahlreiche Kinderärzte mit eigener Praxis erreichen das Pensionsalter und es gelingt bereits jetzt nicht mehr, deren Nachfolge sicherzustellen. Die ‹Wiler Zeitung› vermeldet in der Ausgabe vom 9. September 2016, dass der in Uzwil während 34 Jahren praktizierende Kinderarzt sich fünf Jahre vergeblich um eine Nachfolgeregelung bemüht und er nun seine Praxis geschlossen habe.

 

Am 18. Mai 2014 nahm das Schweizer Stimmvolk den Bundesbeschluss über die medizinische Grundversorgung (direkter Gegenentwurf zur Volksinitiative ‹Ja zur Hausarztmedizin›) mit einem überwältigen Ja-Stimmenanteil von 88 Prozent an. Der neue Artikel 117a der Bundesverfassung (abgekürzt BV) erteilt Bund und Kantonen den Auftrag, die medizinische Grundversorgung zu erhalten und zu fördern. Konkret verpflichtet er Bund und Kantone, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für eine ausreichende, allen zugängliche medizinische Grundversorgung von hoher Qualität zu sorgen. Damit einher ginge ein eigentlicher Paradigmenwechsel, weil die Förderung und Unterstützung der ambulanten medizinischen Grundversorgung durch die öffentliche Hand bisher nicht vorkam. Offensichtlich versagt in diesem Bereich aber der freie Markt. Wir bitten die Regierung um die Beantwortung folgender Fragen:

 

1. Ist der Regierung die bedarfsgerechte und wohnortnahe medizinische und insbesondere pädiatrische Grundversorgung ein Anliegen?

2. Wie präsentiert sich die aktuelle medizinische und insbesondere pädiatrische Grundversorgung in den Regionen des Kantons und mit welchen Engpässen ist in den kommenden Jahren zu rechnen?

3. Ist die Regierung bereit, auch hinsichtlich des verfassungsmässigen Auftrags, Massnahmen zur Verbesserung der Situation zu ergreifen, und wie könnten diese aussehen?»

 

19. September 2016 Etterlin-Rorschach Altenburger-Buchs

0 Kommentare

Fragen des Tagblatts an die Schulratspräsidenten der Region

Wie sieht eine gut funktionierende Schule nach Ihren Vorstellungen aus?

Kommen Sie nach Rorschach und machen Sie sich ein Bild von einer sehr gut funktionierenden Schule! Ich freue mich über Kinder, die mit Interesse lernen und sich auf das Leben nach der Schule vorbereiten. Mich beeindrucken engagierte Lehrpersonen, die mit ihren Schülern in einer guten Beziehung stehen und den Schulstoff so erarbeiten, dass die Kinder ihn verstehen und anwenden können. In einer guten Schule sind Respekt und Anstand selbstverständlich.

 

HarmoS-Austritt - ja oder nein? Was ist Ihre Haltung?

NEIN! Ex-Bildungschef Stöckling war der Vater der Schulreform 2008. Wer möchte heute noch auf die Blockvormittage verzichten? Primarschüler lieben Englisch. Eltern sind dankbar für den Mittagstisch. Für die grosse Mehrheit der 5.- und 6.-Klässler ist Französisch kein Problem. Wir sollten Einzelfälle nicht als Massstab nehmen für ein System, das sehr gut funktioniert. Ich möchte auch nicht, dass Bern in unser Bildungssystem dreinredet. NEIN zum HarmoS-Austritt.

 

Muss die Maturaquote in der Region erhöht werden?

Ich lehne die Steuerung über Quoten entschieden ab. Mein Hauptanliegen in der Berufswahlvorbereitung ist, dass es uns noch besser gelingen muss, dass sich unsere Schulabgänger für eine ihnen entsprechende Lösung entscheiden und diesen Weg gehen können. Es muss ihnen auch erlaubt sein, in dieser Phase des Erwachsen-Werdens zu scheitern oder die Meinung zu ändern. Hauptsache ist, sie finden Anschluss in einem Beruf, der sie zufrieden macht.

 

Welchen Platz sollen die neuen, sozialen Medien künftig in der Schule einnehmen?

Die „neuen“ Medien sind Realität. Willkommen im Alltag unserer Schulkinder. Als Schule müssen wir uns dieser Realität stellen und dafür sorgen, dass die Lehrpersonen fachlich fit bleiben und auch bei der Informatik-Ausstattung sind wir gefordert. Ich wünsche mir aber, dass die Eltern sich aktiv an der Medienrealität ihrer Kinder beteiligen und kritisch sind. So könnten wir einige Probleme, die ab und zu eskalieren, besser in den Griff bekommen. 

   

 

0 Kommentare

Finanzausgleichsdebatte auf der Zielgeraden

Das Tagblatt hat in seiner Ausgabe vom 28. Mai 2016 über die einschneidenden Kürzungen im kantonalen Finanzausgleich berichtet. Insbesondere für die Stadt Rorschach stand in Aussicht, dass sie die Hauptlast der Kürzungen würde tragen müssen und Anstrengungen der vergangenen Jahre zunichte gemacht würden. Der Kantonsrat wird deshalb in der Session ab kommendem Montag über verschiedene Verbesserungen zu befinden haben. Der Finanzausgleich hat aber auch eine regionalpolitische Komponente. Der Wahlkreis Rorschach zählt 8,5 % der Einwohner des Kantons. Das Amt für Gemeinden weist in seiner Statistik die Summe der einfachen Steuern im Kanton aus. Unser Wahlkreis schneidet dabei durchschnittlich ab mit 9,2 % der totalisierten einfachen Steuer. Beim Finanzausgleich ergibt sich ein diametral anderes Bild. An den Bodensee fliessen 3,5 % der Ausgleichsmittel und nach der Botschaft der Regierung nur noch 3,1 %. In der vorberatenden Kommission konnten nun wesentliche Verbesserungen erzielt werden.

 

Ungeachtet dieser Verteilmechanismen muss sich der Kanton St. Gallen einer substanziellen Debatte über einen horizontalen Finanzausgleich stellen. Dies sieht die vorberatende Kommission vor, welche die Regierung beauftragen möchte, Umsetzungsmöglichkeiten eines horizontalen Finanzausgleichsund/oder eines neuen Sonderlastenausgleichs „Dichte“ aufzeigen. Die Einführung des horizontalen Finanzausgleichs dürfte auf den Widerstand der finanzstarken Gemeinden stossen. Aus deren Sicht ist nachvollziehbar, dass sie keine Freude daran haben, ab einer bestimmten Grenze Steuermittel zu Gunsten finanzschwacher Gemeinden abliefern. Ein System jedoch, das der Bund und alle anderen Kantone mit Ausnahme der Kantone Appenzell Innerhoden und St. Gallen anwenden. Selbst die Wissenschaft stützt diese Forderung nach einem Ausgleich. HSG-Professor Kirchgässner führte 2007 im Zusammenhang mit der Neuordnung des nationalen Finanzausgleichs aus, dass die Konsequenzen ungleicher Einkommensverteilung problematisch seien. Wenn sich die Reichen in einigen Kantonen konzentrieren würden, könnten sich diese niedrigere Steuern leisten ohne auf staatliche Leistungen verzichten zu müssen. Dies führe dazu, dass weitere Reiche zuzögen, worauf die Steuern weiter gesenkt werden können. Da sich andererseits ein Teil der Steuerersparnisse in höheren Mieten und Immobilienkosten niederschlage, würden Bezieher niedriger Einkommen in andere Kantone abwandern, was die reichen Kantone im Bereich der Sozialabgaben entlaste. Genau dies ist im regionalen Kontext zu beobachten. Die Sozialhilfeausgaben der Stadt Rorschach haben mittlerweile das Pro-Kopf-Niveau der Stadt St. Gallen erreicht und die Gemeinden rund um Rorschach konnten die Steuern in den vergangenen Jahres drastisch senken.

 

Vor diesem Hintergrund habe ich den Ansatz eines neuen Ausgleichsfaktors „Sonderlastenausgleich Dichte“ eingebracht. Dieser hätte die grundlegende Basis, wieviele Einwohner pro km2-Fläche in der Bauzone aufeinandertreffen und würde den damit verbundenen Lasten Rechnung tragen. Das überwiegende Gros der Gemeinden weist eine Dichte auf von 2‘500 bis 5‘000 Einwohner pro km2 Bauzonenfläche. Es gibt zwei wesentliche Ausreisser nach oben: Die Stadt St. Gallen mit 6‘083 Einwohnern und die Stadt Rorschach mit gar 7‘524 Einwohnern. Für alle, die sporadisch den Eindruck haben, die städtischen Zentren würden einfach jammern um mehr Finanzausgleichsmittel zu erhalten: Rorschach hat grossstädtische Aufgaben zu bewältigen, die vergleichbar sind mit denjenigen der Stadt St. Gallen und diese erhält unter dem Spezialtitel Sonderlastenausgleich Stadt St. Gallen 16 Mio. Franken aus dem Finanzausgleich. Damit könnten auch die Ausgleichszahlungen für die Stadt St. Gallen „objektiviert berechnet werden“, wie dies die Regierung in ihrer Botschaft festhält.

 

Rorschach, 13. September 2016

Guido Etterlin, Kantonsrat und Stadtrat Rorschach

5 Kommentare

Nein zum Harmos-Austritt

Ich bin Stefanie Rohner von den Bodenseenachrichten Red und Antwort gestanden zu Harmos. Hier das Interview:


In der vergangenen Ausgabe der BODENSEE-NACHRICHTEN hat sich Sandro Wasserfallen, ein Befürworter des Harmos-Austrittes geäussert, in dieser Woche sprachen die «BN» mit dem Schulratspräsidenten Guido Etterlin, der gegen einen Austritt ist.

Rorschach Guido Etterlin, Stadtrat und Schulratspräsident aus Rorschach, äussert sich klar gegen einen Austritt aus dem Harmos-Konkordat. «Ich habe das Gefühl, die Befürworter wollen unsere Volkschule rückwärts entwickeln. Meiner Meinung nach sollten diese Personen auf den Tisch legen, womit sie nicht zufrieden sind », meint Etterlin.

 

Er sagt, Harmos sei im Jahr 2006 das Bekenntnis der Schweizer Bevölkerung gewesen, die zu unterschiedlichen kantonalen Schulsysteme einander anzunähern. «Ich als Vater war ja damals auch davon betroffen. Und ich sehe in diesem harmonisierten Schulsystem sehr viele Vorteile. Gerade die seit 2008 gültigen Blockzeiten erleichtern berufstätigen sowie nicht berufstätigen Eltern die Planung des Alltags. Es war eine Herausforderung für die verschiedenen Schulen, alles umzusetzen, aber nun nach fast zehn Jahren im Konkordat zeichnet sich ein positives Bild ab. Harmos ist für mich ein Segen, wieso also wieder zurück in die Vergangenheit gehen?», fragt sich Etterlin.

Befürworter des Austritts betonen, dass es überfordernd sein könne, wenn Kinder bereits in der Primarstufe zwei Fremdsprachen auf einmal lernen müssten – gerade für Schülerinnen und Schüler, die sich mit dem Lernen etwas schwerer tun. «Es gibt einzelne Kinder, die überfordert sind. Aber diese sollte man in dieser politischen Debatte nicht als Massstab nehmen. Wenn Lehrpersonen merken, dass ein Schüler überfordert ist, wird das ernst genommen und es wird eine Lösung gesucht», betont Etterlin. Er sagt, die Sprachwissenschaften würden belegen, dass die Vorteile klar überwiegen würden, wenn Kinder früh mit Fremdsprachen konfrontiert sind. Ziel sei, den Schülerinnen und Schülern mit Freude und Motivation einen den Zugang zu den Fremdsprachen zu ermöglichen. International werden wir um die hohe Sprachkompetenz beneidet!

 

Sollte es bei der Abstimmung im September zu einem Austritt aus dem Konkordat kommen, befürchtet Etterlin das Diktat des Bundes und weitere Nachteile. «Befürworter sind der Meinung, zu wenig Spielraum bei Entscheidungen zu haben. Wenn der Kanton St.Gallen austreten würde, kann es passieren, dass der Bund mit Vorschriften kommt – schliesslich haben wir einen Artikel in der Bundesverfassung angenommen und mit Harmos umgesetzt. Der Bundesrat hätte die Kompetenz, korrigierend einzugreifen. Das ist in meinen Augen nicht gut», meint Etterlin. Zudem zeige der Lehrplan 21, dass der Gestaltungsspielraum der Kantone gegeben sei: Auf der Basis des Lehrplans 21 aller Deutschschweizerkantone hat das Bildungsdepartement den Lehrplan Volksschule SG entwickelt. «Aus diesen Gründen lege ich ein Nein zum Harmos-Austritt in die Urne», fasst Etterlin zusammen.

 

Und hier finden Sie die Argumente des Nein-Komitees: >>>lesen Sie mehr

 

Hinweise: >>> Informationen zum Lehrplan

0 Kommentare

Stadtwahlen in Rorschach

Liebe Rorschacherinnen und Rorschacher

 

Mit 31,7% Wähleranteil war die SP bei den Kantonsratswahlen Ende Februar mit Abstand die stärkste politische Kraft in Rorschach. Wir möchten mit diesem Vertrauensbeweis verantwortungsvoll umgehen und uns weiterhin für ein selbstbewusstes, kreatives und aufgeschlossenes Rorschach einsetzen.

 

«Ich bin stolz auf unsere starke Schule, die ihren Auftrag in einem anspruchsvollen Umfeld sehr gut erfüllt. Da möchte ich dranbleiben. Ungemach droht unserer Stadt durch den neuen Finanzausgleich. Die vielen Anstrengungen der vergangenen Jahre könnten torpediert werden. Ich werde mich mit Vehemenz in der Region und im Kanton dafür einsetzen, dass der Kanton die grossen Zentrumsleistungen von Rorschach anerkennt und abgeltet.» 

Download
Und hier finden Sie unseren Flyer
Stadtwahlen_2016_SP-Flyer_web.pdf
Adobe Acrobat Dokument 877.7 KB
0 Kommentare

Elektrische Gitarren von „PAINHEAD“ zum Schulschluss

Es ist Tradition in der Schule Rorschach, dass jedes Jahr eine Schuleinheit das Schulabschlussfest organisiert. Diesmal stand das Mühletobelteam im Einsatz und erinnerte sich an die vielen Bähnler-Kinder, die während Jahrzehnten in den beiden Schulhäusern ein und aus gingen. Sie wählten deshalb  das alte Lok-Depot hinter den Bahngeleisen zum Festort. Schulratspräsident Guido Etterlin, als einer der wenigen verbleibenden Bähnler-Söhne, verabschiedete vier Lehrpersonen in die Pension.

 

Auf dem Bild: Verena Lohring, René Weibel, Monika Brühwiler und Irène Dörig (v.l.n.r.) werden an der Schulschluss-Feier in die verdiente Pension entlassen.

 

Verena Lohring arbeitete von 1974 bis 1978 und seit 1990 als Kindergärtnerin für die Schule Rorschach. Als es Mitte der 90er-Jahre zu wenig Kinder im Bucheliquartier hatte, chauffierte man eine Kindergruppe vom Brauereiquartier dorthin. In der Folge war es naheliegend, dass Verena Lohring ihren Arbeitsort in den Kindergarten Brauereiwiese verlegte, wo sie bis zur Pensionierung wirkte. „Verena war es immer ein Herzensanliegen, dass die Kinder sich beim Spielen entfalten durften“, würdigte Schulratspräsident Guido Etterlin ihre Arbeit.

Auf nur 16, dafür aber sehr vielfältige und bewegte, Dienstjahre brachte es Irène Dörig. Sie wirkte in der Schuleinheit Mühletobel seit 2009 als Förderlehrperson in Mathematik und Sprache und vorher unterrichtete sie in Teilpensum an der damaligen Übungsschule. Allseits geschätzt wurde ihre offene und geradlinige Art. Ihr Markenzeichen sei ihr verschmitztes Lachen gewesen, meinte Etterlin zu ihrer Verabschiedung und lobte ihren ausserordentlichen Einsatz – zusammen mit Gerd Oberdorfer – bei der Organisation des Examenessens im Lok-Depot.

 

Von der Oberstufe galt es, zwei Lehrpersonen zu verabschieden. Zum einen Monika Brühwiler, die seit 2004 als Hauswirtschaftslehrerin arbeitete. Etterlin hob in seiner Laudatio ihr Geschick hervor, bei vielen Schülerinnen und Schüldern die Freude am Kochen geweckt zu haben. Mit Vehemenz habe sie sich auch für eine gute Infrastruktur in den Schulküchen eingesetzt. So rang sie dem Schulratspräsidenten noch am Schlussgespräch das Zugeständnis ab, dass die alte Schulküche im Kreuzacker in den den nächsten Jahren nun endlich saniert werde. Zum andern würdigte der Schulratspräsident die Verdienste von René Weibel, der ein ganzes Berufsleben lang – 36 Jahre – an der Oberstufe arbeitete. Er sei 1980 als Sportlehrer in den Dienst eingetreten, habe sich zum Werklehrer weitergebildet und habe 2012 sogar die Klassenverantwortung für die Kleinklassen übernommen. Etterlin würdigt Weibel als warmherzigen und feinfühlingen Menschen und Lehrer. Ihm habe das Wohl seiner Schützlinge immer zuoberst gestanden.

 

Mit einem lang anhaltenden Applaus verabschiedete sich die versammelte Lehrerschaft von den vier Lehrpersonen. Für 35 Dienstjahre wurde Gabriella Gianotti und für 25 Dienstjahre Iris Bodenmann und Ruth Gradenecker geehrt. Anschliessend rockten die Gäste mit dem Sound der beiden Rorschacher Bands „Hopes & Venom“ sowie „Painhead“ bis spät in die Nacht.

 

 

0 Kommentare

Erster Sessionsbericht

Gelungener Auftakt mit vielen Lernfeldern, Irritationen und kulturellem Höhepunkt

 

Am 6. und 7. Juni absolvierte ich meine ersten beiden Sessionstage im Kantonsrat. Wesentliches ist da nicht passiert; man lernt als Neuer in erster Linie, wie der Ratsbetrieb in der Pfalz funktioniert. Als Exekutivpolitiker im Stadtrat und und im Schulrat muss ich mich vor allem an den politischen Hickhack zwischen den Fraktionen gewöhnen. Da ist aber etwas dazukommen, das wohl für alle Kantonsräte neu ist: Erstmalig stellen SVP und FDP im Kantonsrat die absolute Mehrheit. Eine erste Machtdemonstration erfolgte mit dem Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege. Es hätte die Schlussabstimmung angestanden. Das Parlament in der alten Zusammensetzung hatte diese Vorlage fertig beraten und die vorberatende Kommission sowie Regierungsrat Fässler setzten sich vergeblich für die Vorlage ein. "Rückweisung" lautete das Verdikt.

 

Zweites wichtiges Geschäft war die Genehmigung des sensationellen Rechnungsabschlusses des Kantons mit einem Überschuss von mehr als 150 Mio. Franken. Der neue Finanzminister, Beni Würth von der CVP, forderte uns Parlamentarier auf, bei den demnächst anstehenden Finanzdebatten Augenmass zu halten, wenn das Parlament Ausgabenreduktionen beschliesse, weil ja hinter diesen Ausgaben Leistungen des Staates stünden. Ich teile die Auffassung, denn die nächsten Sparrunden werden anstehen, weil ja mein Stadtratskollege in Bern fast zeitgleich an der Unternehmenssteuerreform III mitdebattiert, die dann in den Kantonen enorme Finanzausfälle zur Folge haben wird. Stutzig machte mich ein Votum aus SVP-FDP-Kreisen, wo die Regierung aufgefordert wurde, Hand zu bieten für merkliche Reduktionen der Staatsausgaben, zumal wir ja aus dem nationalen Finanzausgleich mehrere Hundert Millionen Franken beziehen würden. Wir seien das den "Spendern" aus den reichen Kantonen schuldig. Das muss man sich mal auf der Zunge vergehen lassen. Da schwant mir auch böses zum kantonalen Finanzausgleich. Diese Debatten stehen im September an. St. Gallen ist fast der einzige Kanton, der es zulässt, dass Steuerzahler einer reichen Gemeinde nur halb soviel Steuern bezahlen wie in einer Zentrumsgemeinde mit hohen zentralörtlichen Kosten. Fehlt nur noch, dass diese Zentrumsgemeinden dann ihren "Spendern" auch noch Danke sagen dürfen...

 

Beeindruckt hat mich der neue Parlamentspräsident. In seiner Antrittsrede interpretierte er das St. Galler Kantoswappen. Die Balken im Wappen symolisieren die Regionen im Ringkanton, die eigentlich über keine gesame Geschichte vor der Kantonsgründung verfügten. Diese Balken würden heute für die Verschiedenheit der Regionen stehen und Verschiedenheit als Stärke wahrgenommen. Die Balken werden von einem Ring zusammengehalten. Dieser Ring gebe dem Kanton Kraft. Kraft durch Zusammenhalt. Wunderbar. Ich hoffe, die Mehrheitsfraktionen haben da gut zugehört. Der Zusammenhalt der Gemeinden und der Regionen im Kanton hängt für mich auch damit zusammen, dass diese steuerpolitisch nicht allzuweit auseinanderdriften. Leider gehört der Parlamentspräsident nicht den beiden Mehrheitsfraktionen an.

Im Parlament sind immer alle irritiert und setzen das dann in Szene: Der Fraktionspräsident der SVP war irritiert wegen des sehr schlechtem Wahlergebnisses seines Vertreters fürs Vizepräsidium des Kantonsrates, es musste gar ein zweiter Wahlgang durchgeführt werden. Regierungsrat Kölliker war's wegen Gutheissung eines parlamentarischen Vorstosses zu den Organisationsmodellen der Fachhochschulen. Er muss jetzt wirklich schon lange anstehende Hausaufgaben erledigen. Regierungsrat Fässler war's wegen der Rückweisung des Verwaltungsrechtspflegegesetzes. Die SP-Fraktion war's wegen des Umgangs mit dem Wahlvorschlag der Regierung mit Marianne Mettler als Verwaltungsratspräsidentin der Spitalverbunde. Ich hoffe nur, dass das alles nicht in Zusammenhang steht mit der Live-Übertragung der Debatten im Internet. Vorsorglich ermahnte Felix Bischofberger, als ehemaliger Kantonsratspräsident, bei der Sessionseröffnung die Mitglieder des Parlaments zu mehr Respekt und Anstand. Das politische Klima sei sehr viel rauher geworden.

 

Versöhnlich und höchst interessant war die Kantonsratspräsidentenfeier in Gommiswald. Ich habe da viele Menschen aus allen Fraktionen persönlich kennen gelernt und selbstverständlich zahlreiche bekannte Gesichter wieder getroffen. Diese Feier hatte auch einen kulturellen Höhepunkt. Eine Oberstufenschulklasse führte ein satirisches Stück auf zu aktuellen politischen Themen rund um die Politik ennet dem Ricken. Die Schülerinnen und Schüler spielten hervorragend und improvisierten gekonnt. Offenbar hatten zwei Oberstufenlehrpersonen das Stück selber geschrieben. Diese wahre Meisterleistung sorgte für herzliche Lacher und lang anhaltenden Applaus. Punkt 22 Uhr war dann Schluss und der Tross bewegte sich wieder mit dem Zug zurück nach St. Gallen.

 

Rorschach, 8. Juni 2016, Guido Etterlin

0 Kommentare

Achtung Finanzausgleich

Der Kanton verteilt jedes Jahr etwa 210‘000‘000 Franken unter den st.gallischen Gemeinden und will damit einen Ausgleich zu den gänzlich unterschiedlichen kommunalen Rahmenbedingungen schaffen. So erhält in unserer Region Untereggen eine hohe Quote mit CHF 1‘013 pro Einwohner. Die grössten Beträge wandern in strukturarme Regionen. So erhält die Gemeinde Mosnang CHF 2‘496 pro Einwohner und Hemberg gar CHF 3‘019. Die Finanzausgleichsbeträge in Rorschach betragen pro Einwohner CHF 669. Rorschacherberg und Goldach als finanzstarke Gemeinden erhalten nur symbolische Beträge von ca. 6 Franken pro Einwohner.

 

Nun möchte die St. Galler Regierung den Finanzausgleich wirksamer gestalten. Das ist ja sehr schön und vordergründig zu unterstützen. Nur: Am Beispiel der Stadt Rorschach geht diese Absicht voll daneben. Die Regierung möchte den Finanzausgleich auf der Einnahmenseite vom Steuerfuss entkoppeln. Fazit: Die erfolgreiche Stadt- und Wirtschaftsförderung in Rorschach wird zunichte gemacht. Von den letztjährigen Mehreinnahmen über eine Mio. Franken zwackt der Kanton inskünftig die Hälfte ab. Damit nicht genug: Bei der Abgeltung von überdurchschnittlichen Kosten liegen die neuen Parameter derart quer, dass Rorschach weitere 400‘000 Franken gestrichen werden. Der Betrag pro Kopf sinkt damit auf CHF 568.

 

Klar kann man den bisherigen und neuen Finanzausgleich nur bedingt miteinander vergleichen. Das in Aussicht stehende Minus von CHF 910‘000 tut aber schon weh, vor allem wenn man bedenkt, wie wichtig und teuer die in Rorschach erbrachten zentralörtlichen Leistungen sind. Ich werde versuchen, mich im Kantonsrat dafür zu verwenden, damit diese ungünstige Entwicklung im Finanzausgleich korrigiert wird. Die Region tut gut daran, die Stadt Rorschach in diesem Bestreben zu unterstützen.

 

Rorschach, 28. Mai 2016

Guido Etterlin Kantonsrat und Schulratspräsident Rorschach


1 Kommentare

Schulbeginn in der Oberstufe

Verschiebung des Schulbeginns am Morgen, Interview mit dem Tagblatt vom 4.3.2016

 

Hätten Sie eine Verschiebung des Schulbeginns begrüsst und warum?

Nein. Diese Änderung mit dem frühesten Schulbeginn ab 8 Uhr hätte die Oberstufenschüler betroffen. Die Primarschüler gehen ja seit 2008 alle gemeinsam um diese Zeit zur Schule. Für diese fielen damals die Frühlektionen ab 7.30 Uhr weg. Das Blockzeitensystem auf der Primarstufe hat sich bewährt. Dass die Oberstufenschüler eine halbe Stunde früher zur Schule gehen, ist ihnen zuzumuten. Im Rahmen der Berufswahlvorbereitung bin ich gar der Meinung, dass das Training mit dem früheren Aufstehen sogar sinnvoll ist.

 

Haben Sie mit der Lehrerschaft über dieses Thema gesprochen?

Wir haben es am Rande einer Schulleitungskonferenz kurz thematisiert. Ich habe keine Hinweise darauf, dass dies in der Oberstufe ein bewegendes Thema ist. Stellen Sie sich vor: Wenn wir den Unterricht erst um 8 Uhr beginnen würden, könnten wir am Vormittag nur noch vier statt fünf Lektionen erteilen. Die fehlenden Lektionen müssten dann in den Nachmittag verlegt werden.

 

Gibt es Anzeichen, dass die Kinder chronisch übermüdet in die Schule kommen?

Es gibt vereinzelte Fälle, wo wir den Eindruck haben, Oberstufenschüler hätten noch eine Stunde Schlaf nötig. Mit hoher Wahrscheinlichkeit würde ein früheres Zubettgehen auch nützen.

 

Wäre die Umstellung organisatorisch überhaupt machbar gewesen?

Selbstverständlich. Ein Ansatz wäre beispielsweise die 5-Tage-Woche für Oberstufenschüler gewesen, d.h. am Mittwochnachmittag wären dann drei der fehlenden Lektionen abgehalten worden.

 

 

Rorschach, 3. März 2016, Guido Etterlin

0 Kommentare

Herzlichen Dank für das Vertrauen

Am Wahlsonntag haben Jacqueline Schneider und Guido Etterlin mit sehr guten Ergebnissen die Wahl in den Kantonsrat geschafft.

 

6 Wochen haben wir mit unglaublich breiter Unterstützung gekämpft. Hunderte Telefonate haben wir geführt, tausende von Flyern unter die Leute gebracht, mehrere hundert gesunde Brötchen an die Pendler und Pendlerinnen verteilt, Kistenweise "linkes Bier" ausgeschenkt, einheimische Premium-Schöggeli verteilt, Leserbriefe verfasst, Podien organisiert rund 120 Plakate gestellt und einige davon mehrmals geflickt, gereinigt und ent-eckt... ;-)) usw usf. 

 

Gesamthaft liegt unser Stimmenanteil mit 18,3 % unverändert wie vor vier Jahren. Da die CVP stark Wähler einbüsste, ist die SP nun drittstärkste Kraft im Wahlkreis. Innerhalb der Gemeinden sind beachtliche Bewegungen zu verzeichnen. Die SP konnte in Tübach (0,2%), Thal (1,7%), Untereggen (1,8%) und Mörschwil (2,2%) zulegen. Einbrüche verzeichneten wir in Rorschacherberg (-1,6%) und Steinach (-2,5%). Das absolute Glanzresultat bescherte uns die Stadt Rorschach. Wir konnten um 4,2 % zulegen auf sensationelle 31,7 %. Damit ist die SP in der Stadt Rorschach die mit Abstand stärkste Partei.

 

Wir danken allen, die zu diesem grossartigen Resultat beigetragen haben. Im Namen von allen Kandidierenden danken wir speziell  Brigitte Kuratli und Joa Hester. Die beiden waren in den Wahlkampf involviert, wie wenn sie auch auf der Liste gestanden hätten. 

 

Rorschach, 29. Februar 2016

Guido Etterlin

Kurzinterview im Tagblatt vom 1. März 2016:

 

Herr Etterlin, Sie sind als einziger neuer Kantonsrat des Wahlkreises Rorschach gewählt. Wie haben Sie den Wahlsonntag erlebt?

Es war ein Wechselbad der Gefühle. Als die Resultate nach und nach eintrafen, lagen wir knapp zwei Prozentpunkte unter unseren ehrgeizigen Zielen. In Rorschach erzielte unsere Liste dann ein Traumresultat von 31,7 % Wähleranteil. Als sich abzeichnete, dass Jacqueline Schneider und ich gewählt sind, war die Freude umso grösser. Es gibt auch andere auf der Liste, die den Sitz verdient hätten und in St. Gallen eine gute Arbeit geleistet hätten.

 

In der Stadt Rorschach haben Sie mit 620 Stimmen das beste Resultat der SP-Liste erzielt.

In Rorschach habe ich sogar das beste Resultat aller Parteien erzielt. Das ist eine schöne Bestätigung für mich. Und ein Zeichen dafür, dass meine Arbeit der vergangenen Jahre wertgeschätzt wird. Auch die zahlreichen Reaktionen, die ich nach der Wahl auf allen möglichen Kanälen erhalten habe, sind absolut überwältigend.

 

Sie sind in Rorschach Stadtrat und Schulratspräsident. Lassen sich diese Verpflichtungen mir Ihrem neuen Kantonsratsmandat vereinbaren? 

Das sollte problemlos möglich sein. Selbstverständlich muss ich meine Terminplanung während der Session überarbeiten. Der zeitliche Aufwand ist aber überschaubar. Ich hoffe, dass sich die Ämter sogar optimal ergänzen und dass ich von meinem Netzwerk in St.Gallen profitiere.

 

Ein Rücktritt in Rorschach kommt also nicht in Frage?

Nein, das ist kein Thema.

 

Wofür wollen Sie sich, insbesondere in Bezug auf die Region Rorschach, im Kantonsrat einsetzen? 

Ein Schwerpunkt ist der Finanzausgleich. Die Zentrumslasten müssen in diesem Rahmen thematisiert werden. Es geht nicht darum, anderen Gemeinden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wir müssen aufzeigen, dass alle Zentren Leistungen erbringen, die für die umliegenden Gemeinden von hohem Nutzen sind. Deshalb braucht es einen horizontalen Ausgleich. Die nunmehr zu breite Streuung der Steuerfüsse ist nicht mehr gesund. (lim)

4 Kommentare

Zuerst vertiefte Diskussion führen!

Leserbrief zum Artikel „Alle sind gleichermassen gefordert“, im Tagblatt vom 22. Februar:

 

Das parteiübergreifende Podiumsgespräch mit Fachleuten und Politikern zum Thema Verkehr sei von Harmonie geprägt gewesen steht wörtlich im Tagblatt. Unsinn! Es war eine Wahlveranstaltung der republikanischen Seite unseres Partei-Spektrums. Die demokratische Seite war nicht vertreten. Deshalb wundert es auch nicht, dass alle einer Meinung zum Autobahnanschluss waren. Das ist nämlich immer so, wenn man unter seinesgleichen diskutiert. Fragwürdig ist dann wohl auch die Rolle des FDP-Regierungsratskandidaten. Er scheint keinen besonderen Weitblick in so sensiblen Fragestellungen wie der nachhaltigen Entwicklung der überbordenden Verkehrsströme zu haben. Man kann ja den A1-Anschluss planen. Im Moment kumulieren sich aber gewaltige Nachteile auf dem Stadtgebiet von Rorschach. Ob die Rorschacher sich diese Nachteile einhandeln wollen, das steht in den Sternen geschrieben. Führen wir darum erst mal eine vertiefte Diskussion in den nächsten Wochen über die Bahnunterführung.

 

 

Guido Etterlin, Schützenstrasse 16, 9400 Rorschach

0 Kommentare

Wie stärken Sie das Bildungssystem,

lautet die Frage des Tagblatts für die Ausgabe vom 23. Januar:

 

"Wir brauchen starke lokale Volksschulen, die das Vertrauen von Eltern und Steuerzahlenden geniessen und den Kindern ein anregendes Lernumfeld bieten. Dafür setze ich mich leidenschaftlich seit zehn Jahren ein. Die Schule vor Ort muss gestärkt und die überbordende kantonale Bildungsbürokratie reduziert werden. Interessierte Eltern, engagierte Elternräte, kompetente Lehrpersonen und führungsstarke Schulleitungen – unterstützt von einer lokal gut verankerten Behörde - sorgen für eine gute Schule.

 

Die aktuellen Bestrebungen für zusätzliche Untergymnasien finde ich problematisch: das ist die Kernkompetenz unserer lokalen Oberstufen. Anstatt an der Maturaquote zu schräubeln, würden wir viel besser alles daran setzen, dass den geeigneten Schülern/-innen keine Hürden – insbesondere finanzieller Art – in den Weg gelegt werden. Ansonsten bin ich ein Verfechter unseres dualen Systems mit Berufslehre.

 

Der Lehrplan21 ist ein Fortschritt. Alle Deutschschweizer Kantone haben die gleiche Grundlage. Den Luxus von 21 verschiedenen Lehrmitteln zum gleichen Thema werden wir uns eh nicht mehr leisten können. Genau diejenigen Kreise, die den Lehrplan kritisieren, sind erfahrungsgemäss bei Spardebatten am lautesten. Ich würde das Geld lieber in zukunftsträchtige Bildungsprojekte investieren. Lernen ist komplex. Unsere Kinder wachsen in einer immer komplexeren Welt auf und deshalb hinken Vergleiche mit früher. Es gibt noch viel, das wir diskutieren sollten. Lesen Sie weiter in meinem Blog über gelingende Frühförderung, Leistungsbeurteilung, Integration, Oberstufe, Sonderschule u.v.m."

 

 

Gelingende Frühförderung

Für viele Kinder ist es von grösster Wichtigkeit, dass sie bereits ab 3 Jahren in einer Spielgruppe gefördert und auf den Kindergarten vorbereitet werden. Wir haben in Rorschach einen Bildungsgutschein für alle Eltern mit einem dreijährigen Kind entwickelt, um dieses Angebot zu verankern. Mittlerweile nutzen mehr als 90 % diese wertvolle und wichtige Möglichkeit.

 

Leistungsbeurteilung

Noten begleiten Kinder ab der zweiten Klasse bis zum Ende ihrer Bildungskarriere. Glauben Sie nun ja nicht, es sei bei der Notengebung alles klar und ich warne ausdrücklich vor einer Überbetonung von Schulnoten. 

 

Integration

Eine integrative Schule sondert möglichst wenig Schüler aus und fördert alle möglichst in Regelklassen, die dann von zusätzlichem Personal unterstützt wird. Es ist ein schöner und guter Ansatz. Die Situation in Rorschach zeigt jedoch, dass es Schüler und Klassensituationen gibt, wo es separative Lösungen braucht.

 

 

Oberstufe

Das kantonale Oberstufenkonzept vom 2012 steht bereits wieder vor einer Überarbeitung, weil der Erziehungsrat diese Aufgabe mangelhaft und mit wenig Weitsicht erledigt hat. Für die lokalen Schulen ist das unbefriedigend.

 

Sonderschule

Aus Spargründen möchte der Kanton die Anzahl der Sonderschulplätze reduzieren, die Zuweisungsverfahren werden über den Schulpsychologischen Dienst standardisiert und Qualitätsgesichert. Das wird eine gehörige Herausforderung für alle Schulen werden.

 

 

Rorschach, 22. Januar 2016

Guido Etterlin

0 Kommentare

Entscheid Kindergartenplanung

Aufgrund einer detaillierten Analyse der Kindergartenkinder in den Jahren 2016 bis 2019 hat der Schulrat im März 2015 eine Klärung der Grundlagen begonnen. Die folgenden beiden Handlungsfelder standen dabei im Fokus:

 

Kindergarten Sonne:

Standort gefährdet aufgrund Ausbau Bahnhof Stadt ab Sommer/Herbst 2016 und Planung,  Ersatzlösung zu einem späteren Zeipunkt

 

Kindergarten Bucheli:

Standortklärung mit betroffenen Eltern

 

In der Folge hat der Schulrat zusammen mit der Schulleitenden die Entscheidgrundlagen erarbeitet und mit allen Betroffenen Gespräche geführt.

Bereits aufgrund der Klassenplanung im Sommer 2015 war klar, dass der

befristete zehnte Kindergarten ab Sommer 2016 reduziert werden muss. Wegen der Pensionierung von Verena Loring (Kindergarten Brauereiwiese) auf Sommer 2016 kann diese Schliessung ohne Entlassung umgesetzt werden. Es steht in Aussicht, dass aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen auf Sommer 2019 die Eröffnung eines 10. Kindergartens notwendig sein wird. Dieser soll in der von der Stadt erworbenen Liegenschaft Gerenstrasse 14 untergebracht werden. An diesem Ort ist momentan die Spielgruppe Seestern beheimatet. Im Fall des Kindergartens Bucheli wurden die Eltern angehört. Diese sprachen sich grossmehrheitlich für den Kindergarten Bucheli aus und signalisierten die Bereitschaft, den etwas längeren Schulweg in Kauf zu nehmen. Selbst der oft kritisierte Schulweg über die Heidener Strasse stelle nach einer Eingewöhnungsphase kein Problem dar.

 

Der Schulrat hat deshalb folgenden Entscheid zur Kindergartenplanung gefällt:

 

Kindergarten Sonne:

Der Kindergarten Sonne wird per Juli 2016 geschlossen. Die betroffenen

Mitarbeiterinnen wechseln in den Kindergarten Brauereiwiese.

 

Kindergarten Bucheli:

Der Kindergarten Bucheli bleibt in Betrieb. Die Zuteilung der Kinder erfolgt

schwergewichtig aus dem Quartier Bucheli/Buchelirain sowie Schurtannen/Langmoos.

 

Kindergarten Gerenstrasse:

Auf Sommer 2019 wird die Eröffnung des 10. Kindergartens geplant.

 

Rorschach, 6. Januar 2016

Guido Etterlin, Schulratspräsident

0 Kommentare

Nomination für den Kantonsrat

SP stellt gemeinsame Liste mit Grünen

 

Die Sozialdemokratische Partei des Wahlkreises Rorschach nominierte ihre Kantonsratskandidatinnen und -kandidaten für die Wahlen im Februar 2016. Zusammen mit einer Gewerkschafterin und einem Grünen visiert die Kreispartei einen dritten linken Sitz im Kantonsrat an. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, setzt die SP auf Personen mit verschiedensten politischen Schwerpunkten wie Bildung, Gesundheit, Wirtschaft, Verkehr und Umwelt, Migration sowie Gleichstellung und Familienpolitik. Unter dem Namen SP/Gewerkschaften - GRÜNE kandidieren: Jacqueline Schneider, Goldach (bisher), Anna Viola Bleichenbacher, Rorschacherberg, Guido Etterlin, Rorschach, Richard Faust, Mörschwil (GRÜNE), Rebecca Häner, Rorschach, Lukas Locher, Goldach, Anita Mattes, Rorschach (Gewerkschaften), Florian Mehnert, Thal, Adelina Muhagjeri, Rorschach und Andrea Schöb, Thal. Maria Huber, Rorschach, tritt nach 11 Jahren im Kantonsrat nicht mehr an.

 

Im anschliessenden Referat zum Asylwesen im Kanton St. Gallen betonte Regierungsrat Fredy Fässler, Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements die Notwendigkeit, jetzt keine Probleme herbeizureden. Wichtig sei, dass jetzt Bund, Kantone und Gemeinden gemäss ihren Zuständigkeiten ihre Verantwortung wahrnehmen und die Asylsuchenden an den Grenzen menschenwürdig aufnehmen und unterbringen. Gut sei auch, wenn der Bund wie angekündigt die Bearbeitungsdauer der Registrierung möglichst bald verkürze. So würden die Kantone und Gemeinden schneller handlungsfähig und die Flüchtlinge müssten nicht mehr monatelang in Ungewissheit leben.

1 Kommentare

Kindergartenplanung

Der Schulrat wird im Dezember die Kindergartenplanung für das kommende Schuljahr verabschieden. Im Schulkreis Mühletobel hat es erfreulich viele Kinder. Mehrheitlich wohnen diese östlich der Heidener Strasse, was jeweils bei der Kindergarteneinteilung zu geharnischten Reaktionen der Eltern führte, wenn die Kinder in den Kindergarten Bucheli eingeteilt wurden und nicht wie gewünscht in den Schönbrunn-Kindergarten. Deshalb hat der Schulrat die betroffenen Eltern kürzlich zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Es gäbe die Möglichkeit, die Kinder temporär im Schönbrunnschulhaus zu beschulen. Aus finanziellen Gründen ist das Führen von zwei halben Kindergarten-Abteilungen leider nicht möglich. An der Veranstaltung brachten die Eltern grossmehrheitlich und glaubhaft zum Ausdruck, dass es sich bei den geharnischten Reaktionen um Überreaktionen handeln würde und die Vorteile einer Kindergartenbeschulung im Bucheli überwiegen würden. Der Schulweg stelle nach einer Gewöhnungsphase kein Problem dar. Bereits im laufenden Schulwegsicherungsprojekt hat der Schulrat die Sicherung eines Übergangs über die Heidener Strasse vorgeschlagen. Leider ist der Bau einer Fussgängerinsel wegen der knappen Platzverhältnisse nicht möglich. Es wird nun geprüft, ob auf der Westseite der Heidener Strasse Verbesserungen realisiert werden können mit der Ergänzung von fehlenden Trottoirteilstücken. Weitere Stellungnahmen zur Kindergartenplanung nimmt der Schulrat gerne bis anfangs Dezember entgegen.


Rorschach, 18. November 2015

Guido Etterlin, Schulratspräsident

8 Kommentare

Verfolgen Sie meine Arbeit im Blog

Seit dem 1. März 2006 bin ich Stadtrat in Rorschach im Kanton St. Gallen. In dieser Funktion leite ich das Schuldepartement mit rund 900 Schülerinnen und Schülern und ungefähr 130 Mitarbeitenden. Zu meinen Aufgaben gehören noch zahlreiche weitere Dossiers.

 

Von 2007 bis 2014 habe ich unter guidoetterlin.blueblog.ch meine öffentlichen Auftritte und Unterlagen publiziert. Dann wurde die Website eingestellt. Ich habe mich nun entschieden, diese Arbeit auf diesem Blog wieder aufnehmen. Die "alten" Geschichten finden Sie im Archiv zu dieser Website.

 

Ziel des Blogs ist es, Transparenz zu schaffen zu zahlreichen Fragen, die sich immer wieder stellen. So freue ich mich, wenn möglichst viele Interessierte - seien es Eltern, Rorschacherinnen und Rorschacher, oder auch Aussenstehende - sich informieren.

 

Rorschach, im Oktober 2015

Herzliche Grüsse, Guido Etterlin

1 Kommentare

_______